Rio de Janeiro – 03 / 2019

Das Abenteuer beginnt

Erfahrt mehr über die einzigartige Stadt Rio de Janeiro, ihre Bewohner, das Essen, die Feste sowie das Thema Sicherheit. Bereits vorab – ein Besuch wird sich immer lohnen!

„Ladies and Gentleman we are about to land in Rio de Janeiro! The weather is sunny with 25 degrees. The time is 6am in the morning. Enjoy your stay.“ Der 10 stündige Flug ging erstaunlich schnell um, da wir über Nacht geflogen sind haben nahezu alle Passagiere inklusive uns geschlummert. Der Flug von FRA nach GIG hat uns um die 500€ pP gekostet. Eine kleine Serie über Brasiliens Norden schauen, Abendessen, Schlummern, auf das Frühstück verzichten (wir waren noch so satt von dem TAP Abendessen ein paar Stunden zuvor) Bohemian Rhapsody bis zur Hälfte schauen und schon sind wir da. Der erste Blick aus dem Flughafengebäude raus auf die hügelige und unbeschreiblich grüne Landschaft weckt uns erst einmal richtig auf. Das war gar kein Traum wir sind wirklich hier! Also nichts wie raus hier. Das Einreisen mit Reispass und Flugticket ging recht flott wir haben ca. 30 Minuten gewartet. Das erste Geld kann man direkt an den Gepäckbändern wechseln 100€ sind gleich 380B$ so schön wenn sich das Geld vermehrt. Draußen angekommen möchte jeder der auserwählte Fahrer sein. Da wir schon bald an der AirBnB Unterkunft zur Schlüsselübergabe sein müssen nehmen wir das erste Taxi das bereit steht. Uber funktionierte noch nicht das wir keine mobilen Daten hatten am besten man nimmt ein gelbes Taxi mit Taxameter, der Tarif fällt etwas höher aus, da es wie bei uns einen Flughafenzuschlag gibt, rechnet am besten einfach mit 100-140R$ auch wenn es deutlich günstiger geht. Busse nehmen wir dann lieber später ohne Schildkrötenpanzer auf dem Rücken und Kangoroobeutel in der Front.

Tag X ist gekommen wir sind übertrieben aufgeregt und bereit für Abenteuer!

Angekommen an der Unterkunft in Copacabana haben wir uns mit der netten Frau verabredet, die für Freunde und Verwandte das Handling der mittlerweile 8 Unterkünfte in Rio übernimmt. Jedoch müssen wir erst die Schranken des Eingangs passieren. Wie sich herausstellt wird man hier mit Fingerabdruck und Foto registriert damit kontrolliert werden kann, dass nur Bewohner den Aufzug hoch zu den Zimmern nehmen können. Mindestens zwei Wachmänner stehen 24/7 unten an den James Bond Fingerabdrucksensoren bereit. Fancy way to get in – wenn es denn immer auch so elegant funktionieren würde wie man sich das vorstellt aber das ist eine ander Sache. Unser Wachmann war eher sagen wir mal das ruhige unter den stillen Wassern und hatte kein großes Interesse daran uns mit portugiesischen Wörtern zu verwirren sondern wählte die Zeichensprache ohne eine Miene zu verziehen, erinnerte uns etwas an die Stewardess Choreos in den Flugzeugen, sehr gut einstudiert. Am zweiten Tag schenkte uns der liebe Wachmann auch mal ein lächeln und antwortete dann wieder mit starrer Miene auf unsere brocken Portugiesisch. Vielleicht fragen wir ihn die Tage noch mal nach seinem Namen.

Ganz von der sprudeligen Sorte war unsere Ansprechpartnerin für das Zimmer. Sie legte uns eine geniale Zusammenfassung über Rio bereit zu allen Stadtteilen und zu wirklichen Local Tipps, zum Beispiel von der Bar BIPBIP dessen Besitzer leider vor 3 Wochen verstorben ist und nun sämtliche Freunde und Bekannten den Laden übernommen haben und weiter führen bis sich entscheidet welcher von ihnen die Bar übernimmt. Dazu gibt es ungeschriebene Gesetzte in der Bar die sie uns veriet, die Bar betreten etwas aus dem Kühlschrank nehmen, dem Barkeeper den eigenen Namen nennen und einfach die Live Musik genießen und tanzen, geschnackt wird hier nicht wer laut quatschen oder herum brüllen will der soll in die Bar auf der anderen Straßenseite gehen. Hier wird noch richtig akustisch genossen. Wir werden die Bar auf jeden Fall besuchen und schauen ob der neue Barkeeper sich ebenfalls alle Namen merken kann, wirklich beachtenswert wer das kann! 

Blick aus dem AirBnB Apartment auf die Copacabana

Nach einer Dusche geht es erst einmal kurz an den Strand der direkt vor der Tür liegt, so langsam knurrt der Magen hier ist es gerade mal 9 Uhr und so Streunern wir aus auf der Suche nach einem kleinen Snack und einem Cerveja. Die erste Strandbar hält beides für uns bereit, hier gehen wir wohl nicht noch einmal essen da es etwas teurer ist aber für den ersten Tag vollkommen in Ordnung, mit 85R$ (geteilt durch knapp 4 für Euro) für ein übelst deftiges Ananas Sandwich, super leckere nennen wir sie mal „Löffelpommes“ und vier Bier mit Trinkgeld ist es dennoch vollkommen in Ordnung. Wir sind heilfroh, dass wir ein paar portugiesische Vokabeln drauf haben denn Englisch konnte bisher nur die AirBnB Frau richtig gut sprechen und auch Spanisch hilft nur hier und dort ein kleines bisschen weiter. Wir haben dazu die App Mosa Lingua benutzt, ab und zu gibt es Aktionen bei denen es die App kostenfrei gibt auch um andere Sprachen zu trainieren. Vor allem die Aussprache muss man beim brasilianischen Portugiesisch gut üben!!! 

Erkunden und vernetzten – SIM Karte

Anschließend lassen wir uns erklären, dass man Handy SIM Karten „Chip“ an Zeitungsständen kaufen kann. Ein super WICHTIGER TIPP für alle die nach Brasilien reisen wollen und gerne mobile Daten hätten oder mal einen Anruf mit locals tätigen wollen: Es gibt aktuell (Stand März 2019) nur zwei Telekommunikationsanbieter in Brasilien die von „Extranjeros“ benutzt werden können und zwar TIM und Claro. Zur Aktivierung der Chip Karte brauch man bei allen anderen Anbietern eine Lokale RFP eine brasilianische Identifikationsnummer. Vielleicht habt ihr aber auch Verwandte oder Bekannte die Euch eine Nummer „leihen“ können. Wir haben uns für TIM entschieden aus dem einfach Grund – wir haben Claro in dem großen Shopping Center „Rio Sul“ einfach nicht gefunden.  Unser Daten werden hier komplett für Maps und Uber drauf gehen. Bringt am besten viel Zeit mit, falls ihr an unsere nette Kollegin geratet das Ausstellen und Aktivieren der zwei Karten hat knapp 2 Stunden gedauert. Außerdem bringt ein bisschen Portugiesisch mit denn die meisten Mitarbeiter können kein Englisch ansonsten notfalls Google Translate, da wird jedoch sicherlich etwas im Kontext verloren gehen… ihr Versuch mir etwas auf Englisch zu übersetzten endete in einer Frage nach einem guten Restaurant  vielleicht hatte sie sich auch einfach verschrieben ^^. Eine SIM Karte kostet 15R$ die wir mit jeweils 20R$ geprepaied haben. Mal sehen wie lange es ausreicht, wir berichten. —> Nachtrag es hat für 2 Wochen Uber und ab und an Google Maps gereicht bzw für drei Sessions Instagram schauen inkl Stories das zieht richtig. ^^ Mehr Anleitungen zu den brasilianischen SIM Karten gibt es in einem separaten Beitrag.

Der Temperatur Unterschied macht einen erst einmal knülle da sehnt man sich nach dem kühlen Nass also direkt ab in die Badesachen ins Meer. Die Wellen gehen hier richtig gut ab man wird schön durchgespült und Bodyborder kommen hier auf ihre Kosten. Uns kommt der Sand vor wie Zucker etwas gröber dennoch weich unter den Füßen, ganz passend zum Zuckerhut. Am Strand wird einfach ALLES verkauft standardmäßig Getränke, Snacks, ganze Coco Verdes grüne Kokosnüsse aus denen man Kokoswasser trinken kann, Bikinis, Hängematten oder man bestellt sich eine Shrimps Platte die frisch vor den Augen auf einem transportablen Mini Grill zubereitet wird. Sowieso gibt es hier wohl nur fleischfressende Pflanzen zum Rind gibt es Hähnchen und Fisch. Die Carioca’s (Bewohner Rios) setzten sich in großen Gruppen zusammen auf einen Haufen mit hundert Sonnenschirmen und am Rand bereitet der Grillmeister halbe und auch ganze Tiere zu.

Corcovado – Cristo Redentor

Zwei der wohl größten Attraktionen in Rio die Christus Statue, Cristo Redentor Corcovado genannt und der Zuckerhut, Pão Açuar übersetzt „Zuckerbrot“ wurden uns mehrfach auch von einheimischen Freunden empfohlen, daher wollten wir uns das nicht entgehen lassen.

Im Nachhinein würden wir nur den Zuckerhut empfehlen, da der Corcovado so extrem überlaufen war, zudem war der Weg bis hoch ziemlich aufwendig. Mit einem Uber gelangt man in 30 Minuten von Copacabana aus, hoch zum Paineiras Corcovado. In den meisten Städten bietet Uber Juntos an, mit diesem Tarif kann man sich ein Uber teilen, das funktioniert wunderbar und kostet gleich noch ein paar Reais weniger. Eine 20-minütige Uber Fahrt kostete uns bisher in Brasilien zwischen 3€ in Großstädten und 5€ in kleineren Örtchen. Angekommen am Paineiras Corcovado kauft man sich ein Ticket, für Erwachsene 49R$ ca. 24€ auf dem man eine Uhrzeit zum Einlass erhält. Es gibt keinen Studentenrabatt. In der Zwischenzeit haben wir ein bisschen die Aussicht genossen und unser mitgebrachtes Sandwich genascht. Anschließend steht man noch einmal 20-30 Minuten in einer großen Schlange in der Sonne um in die Busse verladen zu werden. Der Bus fährt dann noch ein gutes Stück den Berg rauf. Dort angekommen kann man sich entscheiden ob man das letzte Stück mit einem kleinen Zug fahren (so haben wir es zumindest verstanden) oder dem Aufzug nehmen möchte. Nach einer kurzen Abkühlung im Aufzug geht es wieder raus in die pralle Sonne in der auch Cristo Redentor seine Arme schon ausbreitet. Die Statue ist unfassbar hoch, die Arme drohen am Himmel. Der Augenblick ist definitiv besonders, ob gläubig oder nicht doch kann man diesen Anblick gar nicht richtig genießen da tausend Pilger um einen herum wandern, rum plappern, Fotos schießen und zudem gibt es bis auf den Schatten von Cristo kein erbarmen von der Sonne. Nach 10 Minuten ergreifen wir wieder die Flucht nach unten.

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Pão Açucar

Der Zuckerhut hingegen ist deutlich schöner zu „erklimmen“. Man kann sich für einen Wanderweg hoch zum ersten Lift entscheiden oder man kauft eine Karte für beide Hochseilbahnen. Studis umbedingt den Studentenausweis mitnehmen, der internationale ISIC wird auch anerkannt und so kostet die Fahrt nur die Hälfte 49R$ ca. 12€ für eine normale Karte zahlt man dementsprechend 98R$. Die Fahrt alleine ist schon sein Geld Wert, von den Gondeln aus können die ersten tollen Aufnahmen geknipst werden oder man genießt einfach die Auffahrt. Die erste Platform bietet eine schattige und tolle Aussicht auf die umliegenden Strandabschnitte und Stadtteile, zudem gibt es kleine Fressbuden und ein schickeres Lokal in dem gerade die Musikanlage aufbereitet wird. Kurz vor der zweiten Auffahrt angekommen, liegt der Pão Açuar schon vor uns. Die hügelige Landschaft in Rio ist einfach unbeschreiblich, sowie auch die Vielfalt der Fauna und Flora in solch einer riesigen Metropole. Hier könnte man sich schon einfach auf die Stufen setzten und den Anblick aufsaugen. Die zweite Gondelfahrt dauert ebenfalls nur um die 3 Minuten und bringt einen auf die Spitze des Hutes. Die knapp 360° Aussicht auf Rio ist genial dank Google Maps können wir dann auch die einzelnen Stadtteile ausfindig machen und entdecken auch die Copacabana. Ein perfekter Start um sich mal einen Überblick und eine Vorstellung von diesem Ausmaß zu machen, 6,3 Millionen Bewohner auf einer Fläche von 1.255 km². Unsere größte Stadt ist Berlin mit 891,12 km² und heutzutage gerade einmal 3,5 Millionen Bewohnern. Ihr könnt euch vorstellen wie diese Stadt überläuft an Menschen, daher wird hier auch viel mit Hochhäusern gearbeitet.

Carnaval – Cariocas – Cerveja

Der Karneval in Rio, bisher eine Attraktion die wir nur aus dem Fernsehen kannten. Heute sollten wir an diesem riesigen internationalen narrenhaften Spektakel teilhaben können. In Deutschland haben wir uns bereits die Karten für das Finale gekauft. Viele Bewohner Brasiliens finden es etwas schade, dass es hier Tanzschulen „gegen einander“ antreten und nur die beste mit einem Preisgeld und Finanzierungen belohnt wird. Dennoch finden wir kommt dadurch auf den Straßen Rio’s um den Karneval herum eine ganz besondere Stimmung auf. Die verschiedenen riesigen Tanzschulen sind ziehen durch die Stadt in ihren Schultrikots und machen ordentlich krach und tanzen teilweise auf der Straße.

Um die Karten abzuholen fahren wir zu einem der angegebenen Offices und erhalten nach geschlagenen 2 Stunden in der Schlange stehen endlich unsere Karten. Wir bekommen den Tipp, dass es sich in unserem Bereich lohnt früh da zu sein da sonst alle Plätze vergeben sind – wer zuerst kommt sitzt zuerst und glaubt uns ihr werdet Euch auch einmal hinstellen wollen. Denn eine Tanzschule verformt bis zu 60 Minuten bei 6 Tanzschule und Pausen können sich so die Beine auch mal auf eine Pause freuen. Wir gehen zu der nächsten Bahnstation und nehmen die Metro. Unsere Gastgeberin meint gerade zur Karnevals Zeit kann man beruhigt die Metro nehmen auch so fühlen wir uns wie in jeder anderen großen Stadt in der U-Bahn. Eine lange Schlange steht vor den Kassenautomaten an die wir uns auch anstellen müssen, da wir noch eine Karte zum Aufladen kaufen am besten ihr holt euch die Karte schon vorab und ladet sie auf dann könnt ihr vorbei spazieren. Die Karte kostet ca. 5 Reais und die Fahrt um die 4 Reais.

Kaum ausgestiegen liegt frisch gebratenes Hähnchen in der Luft, überall sind kleine Stände aufgebaut an denen man alles kaufen kann was man eventuell vergessen hat inklusive Federschmuck und Co. Auf dem Weg zum Sambadrom laufen wir an vielen Häusern vorbei vor denen die Leute ebenfalls Dinge wie selbstgebastelte Kostüme verkaufen oder einfach ihre Haustüren offenbar haben. Eine ältere Frau sitzt in einer kahlen Wohnung auf einem Stuhl und schläft vorm Fernseher ein – mit den Kontrasten auf die man hier teilweise trifft kommen wir nicht so gut zurecht. Doch das ist eine andere längere Geschichte, also gehen wir weiter mit etwas schlechten Gewissen zu dem riesigsten Kommerz Event in Brasilien.

Wir drängen uns durch Menschenmassen durch verschiedene Kontrollen bis zu unserem Bereich hindurch. Dort angekommen holen wir etwas Bier und suchen uns ein Sitzplatz es geht erst in 1 1/2 Stunden los. Neben uns sitzen drei Brasilianische Ladies die vor Aufregung kaum noch stehen können und stecken uns richtig mit ihrer guten Laune an. Doch was sehen wir da, die Ladies haben Bier dabei – so ein Mist man kann hier wirklich alles an Essen und Trinken mit reinbringen. Hätten wir das bloß gewusst, so mussten wir das Bier im Sambadrom kaufen was um die 8 Reais kostet. Die Frauen neben uns holen wirklich mit dem Finger den letzten Tropfen aus der Bierdose und lassen sich Oliven schmecken. Clever! 🙂

Dann geht es los die Eröffnung, die Musik, die Kostüme, die Menschenmassen wir sind total Reiz überflutet. Eine Tanzschule hat wie gesagt 60 Minuten Zeit und bereitet sich ein ganzen Jahr auf diesen Tag vor, es wird ein Thema mit passenden Kostümen und Musik ausgesucht. Die Schule welche die verschiedenen Kriterien am besten erfüllt, gewinnt. Super aufregend doch schaut einfach selbst – wenn ihr es eh nicht schon im Fernsehen gesehen habt 😉

Der verrückte Professor und seine Crew in einer Reise durch die Zeit

Hügelige Häuserlandschaften

Auf dem Weg zurück nach Hause durchqueren wir in dem Uber einen kleinen Teil eines hügeligen Gebiets der mit kleinen bunten Häusern bebaut ist. Kleiner Fact am Rande – Favela kommt von dem brasilianischen Wort für die Kletterpflanze Favela, da sich die Häuser in vielen Städten Brasiliens an den Bergen und Hügeln hochrangeln. Es gibt Favelas die bereits gut erschlossen sind und an Strom und Wasserleitungen angeschlossen sind, in vielen gibt es bereits eigene Schulen, Polizei und auch der öffentliche Verkehr wird erschlossen. Diese Favelas bieten zum Beispiel auch Hostels an, von denen viele positiv berichtet haben. Dennoch sollte man wohl die meisten Favelas als Tourist vermeiden solange man keine Bekannten aus Brasilien hat die einem versichern können, dass man dieses Gebiet besuchen kann. Wir finden touristische Touren durch solche Wohnviertel extrem unnötig und oberflächlich. So groß die Neugier vielleicht sein mag, wir schätzen man würde es umgekehrt auch nicht wollen wenn Superreiche Unbekannte um unsere Häuser ziehen und uns zB im Garten fotografieren, dennoch muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Auch alle Brasilianer mit denen wir auf das Thema kamen, finden die meisten Touren respektlos und würden davon abraten.

Stadtteile – Sicherheit – Sympatische Cariocas

Den Stadtteil Flamengo können wir größtenteils ebenfalls empfehlen, dort haben wir zwei Nächte am Wochenende verbracht. Übernachtet haben wir in der Rua Corrêa Dutra welche unmittelbar von coolen Bars, Bücher- und Schallplattenläden sowie Supermärkten umgeben ist. Allgemein haben wir uns in Rio viel sicherer als erwartet gefühlt. Da wir von vielen Bekannten gewarnt wurden, waren wir extra vorsichtig und haben immer unsere Bauchtaschen bepackt wie so ziemlich jeder Carioca. Das Handy hatten wir nur dabei wenn wir größere Attraktionen besichtigt haben oder wenn wir Uber genutzt haben. Für den Besuch am Strand oder de Weg zum Supermarkt zB braucht man das Handy nicht und so läuft man gleich noch viel entspannter durch die Stadt. Die Leute waren immer super nett und hilfsbereit ein so warmherziges und liebes Volk. Falls wir mal mit den drei Brocken portugiesisch nicht weiter kamen haben die Leute gleich weitere dazu gerufen die dann unser Spanisch oder Englisch übersetzt haben. Kurzum wir haben uns super wohl gefühlt und haben es einfach vermieden nachts durch irgendwelche zwielichtigen Straßen Schmuckbehangen und mit Handy in der Hand zu laufen. Die Cariocas selbst nehmen auch das Handy in die Hand und zählen auch mal auf der Straße das Geld im Geldbeutel nach. Dazu muss man natürlich sagen, dass wir uns nur in Copacabana, Leme, Ipanema, Flamengo, dem Busbahnhof und ein bisschen im Centro bewegt haben. Das Herz ist uns nur einmal in die Hose gerutscht als der Drogerie Bankautomat mit neuem Cash aufgefüllt wurde und der Polizist mit Shotgun im Anschlag auf uns zugelaufen ist. Eine kleine Straßenbrügelei haben wir noch mitbekommen die Polizei war in nicht zwei Atemzügen da, dennoch ging der Fight glimpflicher aus als der den wir zuletzt zuhause in Frankfurt vor unserem Bäckerladen mitbekommen hatten, wo die Polizei erst nach dem Kampf und blutigen Nasen eingetroffen ist.

Essen und Trinken

Falls ihr sehen wollt wie die Brüder und Schwester der normalen Mangosorte die wir in Deutschland kennen aussehen und Lust auf frisches Gemüse habt, ist der Supermarkt Horti Fruti der perfekte Laden, dennoch etwas teurer. Ein Restaurantbesuch kostet um die 80R$ es gibt auch deutlich günstigere Orte bei denen wir gegessen haben, wenn wir uns nichts gekocht haben. Typischischer Weise, isst man hier ein Rindfleisch Gericht mit Bohnen, wozu Reis und Paniermehl serviert werden, somit kann man die Sämigkeit der Soße selber bestimmen. Vegetarier kurz den Satz überspringen: das wohl allerbeste Grillhähnchen kostet zB 26R$ und fällt geradezu vom Knochen ab – unsere Lieblingsplaces dafür sind Crack dos Galetos, ein kleines „rustikales“ Restaurant mit Barflair und Copa Avícola eine Metzgerei die Grillhähnchen zum mitnehmen anbietet.

Medizinische Versorgung

Die Stadt ist geradezu zugepflastert mit Drogeriemärkten und Apotheken, in denen man die nötigsten Alltagsartikel zum Frischmachen und für Wehwehchen erhält. Mit unserer Gastgeberin kamen wir auch mit einem Arzt in Kontakt, da einer von uns ein lästiges Problem hatte welches sich nicht so leicht übersetzten lies und die Apotheke schien dafür nichts zu führen. Es handelt sich um das Ojo de Frango, bei uns auch das Hühnerauge genannt ^^ ihr könnt euch denken – gar nicht mal so leicht zu übersetzten. Selbst der Medizinische Fachbegriff hat uns leider nicht weitergeholfen. So hat unsere AirBnB Gastgeberin helfen wollen und ist mit uns zum UPA 24 gefahren. Diese Arzthäuser gibt es in allen etwas ärmeren Vierteln in Rio, da hier keine Kosten für die Untersuchung veranschlagt werden. Man kommt sich natürlich richtig dumm vor mit einem doofen Clavus da hin zu rennen, dennoch nimmt der Arzt die Sache ernst und deutet sie leider etwas falsch. Ein bakterieller Infekt von einem kleinen Mikro Tierchen, dass am Meer im Sand nur auf den Angriff wartet. „Hmm nicht ganz, es ist etwas anderes, das durch viel Druck und Hornhaut…“ Keine Chance wir gehen mit dem Rezept für Antibiotika aus dem Haus. Zum Glück haben wir Freunde die ebenfalls Portugiesisch sprechen und so kamen wir noch später auf der Reise an das richtige Mittel. Unserer superlieben Gastgeberin danken wir für ihre Zeit und Hilfe mit einigen frischen Blumen am nächsten Tag. 


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