Lima 04 / 2019

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Machu Picchu, Lamas, Meerschweinchen auf Spießen und Indogene Kulturen – das waren die Stichwörter die uns zu Peru in den Kopf kamen. Viel mehr kannten wir nicht über das Land und wollten daher umbedingt mehr erfahren.

Unser erstes Ziel in Peru ist Lima die Hauptstadt des Landes mit 8,5 Millionen Einwohnern. Wir haben uns wieder ein AirBnB gemietet, ein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad im Hostel, hier der Link dazu. Da wir nachts ankommen, holen uns unsere Gastgeber gegen einen Aufpreis von 10€ ab.

Unterkunft

Das Hostel liegt im angesagten Viertel Barranco da wir mitten im Geschehen sein wollen, um alles fußläufig zu erkunden. Das von einem jungen Pärchen geführtem Hostel, ist schön eingerichtet und die Wände mit unterschiedlichen Wandmalereien verziert. Das Dach kann auf einer nicht ganz offiziellen Leiter erreicht werden, von dem man bereits einen ersten guten Überblick über das Viertel bekommt. Die Unterkunft würden wir für ein paar Nächte in Lima aufgrund der Lage und des Preises empfehlen. Jedoch wurde das Gemeinschaftsbad leider nicht ganz in Schach gehalten und so liegt dauerhaft ein unangenehmer Duft in der Luft. Aber alles halb so wild.

Frische Früchte werden häufig an kleinen Ständen an der Straße verkauft. Abends entdecken wir einen kleine Stand der „Zaubertränke“ anrührt. Ob Halsschmerzen, Hautprobleme oder Liebeskummer; der Braumeister rührt euch für jedes Problem die erlösende Medizin an.

Vernetzten

Am ersten Morgen gehen wir auf die Suche nach einem Supermarkt, einem Bankautomat bei dem wir keine Gebühren zahlen müssen, einer SIM Karte sowie einem schönen Café um zu Frühstücken. Der nächste große Supermarkt Plaza Vea El Cortijo war ebenfalls nicht weit entfernt und gut ausgestattet von frischen Lebensmitteln, über Drogerieartikel bis hin zu einer kleinen Abteilung mit Kleidung und Deko Artikeln. Zudem konnten wir auch hier unsere SIM Karte mit 2 GB für 2 Wochen mit dem Anbieter Claro für 7,50€ p.P kaufen.

Carmelitas Cafe

Unsere Wahl für das erste Frühstück in Lima fiel spontan beim Vorbeigehen auf das Carmelitas. Ein frischer Ananas-Erdbeere Saft, ein Milchkaffee begleitet von einem Empanada gefüllt mit Hähnchenfleisch und einem Deli Carmelitas kostete uns 10€. Der frische Saft ist richtig erfrischend und die kleinen Empanadas sind sehr lecker gefüllt mit gut gewürztem Hähnchen, Zwiebeln und Rosinen. Zudem stehen weitere Empanadas sowie herzhafte Brötchen (das Queso und Jamon Brötchen ist wohl perfekt für ein Katerfrühstück) und weitere Bäckerleckereien bereit.

Barranco

Das Viertel Barranco ist das hippe aufstrebende Viertel der Hauptstadt Perus. Die Häuser sind hier teilweise frisch aus dem Boden gestampft und auch die Leute die uns entgegen kommen scheinen alle sehr gut gekleidet und mit den neusten Handys und Autos ausgestattet. In dem Stadtteil findet man viele kleine hippe Cafés, Restaurants und Boutiquen sowie auch kreative Pop-up Stände und Kunstausstellungen. Beim Umherlaufen haben uns vor allem die Streetart und die alten Gebäude begeistert.

Bridge of Sighs

Beim ersten Überqueren der „Bridge of Sighs“ steht jedem passierendem ein Wunsch frei. Dazu besagt der Glaube, dass man die Luft vom ersten Schritt auf die Brücke bis zum finalen überqueren anhalten muss und sich während dessen etwas wünschen kann. So halten auch wir die Luft an und gehen erst langsam dann mit einem etwas schnelleren Schritt über die Brücke. Uns kommen viele Leute mit Luftgefüllten Backen grinsend entgegen, Händchen haltende Pärchen sprinten über die Brücke andere schlendern entspannt über die Brücke und lächeln den Luftanhaltenden zu. Beim beobachten der anderen Leute vergisst man fast sich noch schnell etwas zu wünschen bevor man auf der anderen Seite ist. Auf den letzten Schritten sprechen wir die Wünsche in Gedanken aus, jetzt kann man nur noch hoffen, dass etwas an dem Glauben dran ist. Nachtrag: Hätten wir uns bloß mal gewünscht, dass wir nicht noch im Krankenhaus landen, dazu später mehr..

Streetart

Auf der anderen Seite der Brücke angekommen beobachten wir noch etwas die anderen Wunschdenker die über die Brücke flitzen. Ein schöner Spot für Streetart befindet sich direkt neben der „Bridge of Sights“. Eine weitere Brücke über die die Straße führt hat einiges an Straßenkunst zu bieten. Wir schauen uns die verschiedenen Grafittis an und lauschen ein bisschen bei einer Graffiti Tour, um ein paar Kunstwerke zu interpretieren.

Streetart begeisterte kommen in der gesamten Stadt auf ihre Kosten, am besten man bucht eine Free Graffiti Walking Tour und erfährt mehr zu den Künstlern sowie der Geschichte hinter den Werken. Hier zwei Streetart Impressionen, wir wollen euch nicht zu sehr Spoilern 😉

Free Walking Tour

Wie für jede andere große Stadt bietet sich auch in Lima eine Free Walking Tour bestens an, um zum Beispiel die Main Attractions zu besuchen oder die lokale Streetart genauer unter die Lupe zu nehmen oder um die Köstlichkeiten die Lima zu bieten hat zu verkosten. Die verschiedenen Touren kann man zB mit Strawberry Tours buchen oder ihr vergleicht auf www.guruwalk.com/peru/lima.

Parque Municipal de Barranco

Der Parque Municipal de Barranco liegt wie der Name schon verrät im Ausgehviertel Barranco. Auf dem Weg zum Platz kommt man an vielen modernen Restaurants vorbei. Der schön angelegte Platz spendet Schatten in der Mittagssonne und lädt zum entspannen ein. Die kleine Bibliothek kann man ebenfalls einmal kostenlos besichtigen, jedoch scheint sie wirklich sehr klein zu sein. Für Starbucks lover gibt es hier mal wieder einen Starbucks (gut zur Orientierung auf Maps).

Ausgehviertel

Wer Abends den berühmten Pisco Sour probieren möchte hat im Viertel Barranco eine große Auswahl an Bars. Da wir nicht so auf Craft Beer und IPA’s stehen haben wir etwas länger gesucht, um ein einfaches Helles zu finden und sind dann in der lokalen Bierbrauerei Beer Company Barranco fündig geworden. Einige Clubs öffnen nachts auch ihre Pforten. Für einen After Drink Snack haben wir uns für Falafel und Shawarma entschieden.

Auf der Calle de Berlin gibt es ebenfalls dutzende Bar & Restaurants sowie auch Irish Pubs (z.B. das Houlihan’s) falls man das aktuelle Fußballspiel nicht verpassen will oder einfach ein Guiness (aus der Dose) trinken möchte.

Doch auch in der Innenstadt gibt es viele angesagt Clubs und Bars die an vielen Tagen der Woche geöffnet haben.

Sonntagstanz

In dem Parque Central de Miraflores in der Innenstadt versammeln sich Sonntags Tanzlustige Peruaner, um auf Salsamusik und Co die Hüften zu schwingen. Die Leute versammeln sich auf den Treppen Rund um den „Tanzplatz“ und wechseln sich bei Lust und Laune mit den Tanzpartnern ab. Wir stoßen per Zufall auf die Tänzer und bewundern sie während derweil die Sonne im Hintergrund untergeht. In dem Park gibt es ebenfalls viele Straßenkünstler die Gemälde verkaufen und dutzende Fressständchen an denen es pro Stand verschiedene süße und herzhafte Dinge gibt. Von kandiertem Apfel bis hin zu typisch peruanischen Snacks.

Märkte

Märkte im Ausland besuchen gehört bei uns eigentlich zum typischen Stadtprogramm. In Lima kann man einige Märkte besuchen, da es relativ heiß ist entscheiden wir uns für einen überdachten Markt Mercado Central in der Innenstadt. Falls ihr auf der Suche nach einem modernen Markt seid welcher Burger und Co anbietet, können wir euch den Mercado 28 empfehlen.

Altstadtkern – Ausstellungen

Den Altstadtkern haben wir mit dem Bus erreicht. Über Google Maps wurden uns die richtigen Verbindungen mit Busnummern angezeigt. Der Bus kostet gerade einmal 0,40€ pro Ticket und kämpft sich durch den Nachmittagsverkehr durch die Stadt. Wir empfehlen daher besser etwas früher zu fahren und den Berufsverkehr zu vermeiden. Dennoch ist hier auf den Straßen immer einiges los zu jeder Tageszeit. Nach über einer Stunde sind wir endlich am passenden Punkt angekommen, weitere Touristen steigen mit uns hier aus. Die Peruaner sind sehr freundlich so kann man sich auch einen Punkt zum Aussteigen empfehlen lassen.

Wir passieren einige antike kleine Stadtkirchen die zwischen zwei Hochhäusern versteckt liegen. Bei einem Straßenstand holen wir uns eine Kleinigkeit zu essen, ein gefülltes frittiertes Maisbällchen. Unser erstes Ziel ist die Casa de la literatura peruana, ein ehemaliger Bahnhof der heutzutage zu einer Ausstellung umfunktioniert wurde. Die Ausstellung ist der Literatur gewidmet, zudem findet man viele Informationen zu Vargas Llosa. Der Eintritt ist kostenlos. Das Museum ist interaktiv jedoch sind die Kurzerklärungen alle auf Spanisch und so verstehen wir nur einen Teil doch es lohnt sich das Museum auch so zu besuchen. Nimmt man den Weg beim Eingang links kommt man vorbei an schönen Wandbemalungen hinter zu einem Café. Die Tür dort führt zu dem wunderschönen bunten Glasdach, welches ein tolles Licht in dem Raum wirft. Leider war der Treppenaufstieg gesperrt als wir das Museum besucht haben. Draußen am Café kann man die alten Bahngleise und Übergänge zu den verschiedenen Gleisen sehen.

Wir schlendern weiter durch die Stadt auf der Suche nach einem kleinen Tagesrucksack und verbringen so etwas Zeit in dem einen oder anderen Laden.

Durch Zufall kommen wir am der Folklore Ausstellung von PUCP vorbei die ebenfalls kostenlos ist. An manchen Abenden, so wie an diesem, gibt es im oberen Geschoss eine Lesung an dem man teilnehmen kann. Geleitet wird die Lesung von einem Mitarbeiter der Ausstellung. In den Räumen sind verschiedene traditionelle Gewände zu sehen sowie auch traditionelle Musikinstrumente. Im hinteren Raum läuft ein Film zu traditionellen Tänzen außerdem liegen alte Schriftstücke in Vitrinen. Damals wurden Personen anhand von einheitlichen Bewertungsbögen auf geeignete musikalische Berufe zugewiesen. Sie mussten angeben ob sie Erfahrung im Tanzen, Singen oder Musikinstrument spielen haben.

Park of Love

Der Park der Liebe liegt hoch oben an der Meeresküste und ist Rund um eine große Statue angelegt. Die Statue ist ein sich küssendes Pärchen in einer etwas ulkigen Form und Größe. Rundherum kann man sich auf Mosaikbänken ausruhen oder auf der grünen Wiese niederlassen. Das ganze erinnert etwas an Gaudi’s Park Güell in Barcelona. Was könnte zum Thema Liebe besser passen als Paris und so gibt es hier oben am Park der Liebe frische französische Crêpes der Kette Beso Frances. Ob klassisch gefüllt mit Nutella oder doch richtig übertrieben gefüllt mit Oreo Keksen, Banane, Soße und Eis. Man muss lediglich etwas Zeit mitbringen wir warten ewig auf unseren einen Nutella Crêpe. Außerdem gibt es auch riesige Arme Ritter die extrem lecker aussehen.

Surf and Turf

Den Strand kann man am besten über die hölzernen Treppenstufen erreichen (siehe Bild). Der Strand in Lima ist eher eine steinige Küste und vor allem bei Surfern aufgrund der guten Wellen beliebt. Am Wasser stehen viele Surfschulen bereit welche Kurse anbieten und Bretter ausleihen. Wenn man etwas an der Küste entlang spaziert erreicht man nach kurzer Zeit einen weißen Steg der zu einem großen Fischrestaurant auf dem Wasser führt. Die keine Läden verkaufen traditionelle Souvenirs doch scheint hier alles etwas schicker und dementsprechend teurer zu sein. Von hier kann man die Surfer gut auf dem Wasser beobachten.

Cinema

Da gerade der neue Marvel Film Avengers Endgame im Kino anlief haben wir einen Abend das Kino El Pacifico Cinerama besucht. Die zwei Tickets sind mit 8€ günstig und die Filme laufen hier auf Englisch. Wie immer in Südamerika etwas Zeit beim Ticketkauf einberechnen, wir haben gute 40 Minuten angestanden – es war aber auch Sonntag ;).

Die Atmosphäre im Kino war eine ganz andere als Zuhause, die Kinobesucher sind hier richtige Marvel Fans und geben, dass durch quietschen, seufzen, lachen und jammern Preis. Hier würde keinem einfallen mal „Psst“ zu machen denn so macht das Film schauen gleich noch mehr spaß.

La Lucha Sangucheria Criolla

Wenn es euch nach einem leckeren Grillhähnchen oder köstlichen Sandwiches zu einem frisch gepressten Saft steht können wir euch das La Lucha Sangucheria Criollo an das Herz legen. Die Atmosphäre in dem Restaurant hat etwas von einem schicken Cien Montaditos.

Das Tor zum Machu Picchu

Am Flughafen in Lima gibt es vor den Gates nach Cusco einen Stand des Bahnunternehmens Peru Rail welche Zugtickets in einer Panoramabahn oder einer Luxusbahn zum Machu Picchu verkauft. Zudem fährt ein Zug ebenfalls zum Titicaca See. Das günstigste Ticket ist mit knapp 100€ sehr teuer wenn man bedenkt, dass noch der Eintritt etc. auf einen zukommen. Außerdem wollen wir den Machu Picchu lieber zu Fuß erreichen. Es gibt einen Bus der die Pilger in der Nähe des Ortes Aquas Calientes rausschmeißt. Von hier läuft man 2 Stunden zum Ort. So planen wir dort zwei Nächte zu übernachten und am nächsten Morgen früh aufzubrechen um den sagenumwobenen Machu Picchu zu besteigen.

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