Isla Isabela – 04 / 2019

Quick Facts

Währung: US-Dollar

Trinkgeld: 10%

Empfehlenswert: Atmungsaktive Kleidung, Wasserschuhe, Wanderschuhe, Trinkflasche, Sonnencreme und Mückenspray

Sprache: Spanisch und Englisch

Sicherheit: Hoch

Ankunft

Am Hafen in Santa Cruz versammeln wir uns an dem Laden in dem wir die Tickets gekauft haben, alternativ kann man die netten Mitarbeiter direkt am Wasser auch um Hilfe beten falls man seine Gruppe nicht findet. Es gibt mindestens 6 verschiedene Bootsunternehmen und so bekommt jeder Passagier ein Umhängebändchen mit dem Firmennamen, damit beim boarden nichts schief geht. Am Bootssteg wird das Gepäck noch einmal kontrolliert, so darf man zum Beispiel keine Früchte mitführen. Anschließend wird man auf ein Bootstaxi geladen, welches um die 1-2$ verlangt (teilweise wird auch nicht darum gebeten und man kann entscheiden ob und was man geben möchte) und steigt dann auf das eigentliche Boot.

Bumpy Ride

Die Überfahrt von Santa Cruz nach Isla Isabela gestaltet sich als die heftigste Bootsfahrt die wir je erlebt haben. Das Wetter ist nicht gerade optimal; leicht regnerisch, starke und hohe Wellen. Wäre es noch etwas unruhiger gewesen wäre die Bootsfahrt wohl abgesagt worden. Da selbst der Bootsangestellte begeistert schaut und Videos von der Überfahrt macht, wissen wir das ganze ist gerade grenzwertig. Die Gesichter verziehen sich immer weiter, manche versuchen krampfhaft einen Punkt anzustarren, einige Meditieren und laufen langsam grün an, manche lassen sich in den Schlaf „wiegen“ und einige lesen ein Buch. So hat jeder einen anderen Trick, es werden auch viele Tabletten rumgereicht. Nach zwei Stunden ist der Magen komplett aufgewühlt und drei Mal im Kreis gedreht und wir legen endlich an.

Nichts für Seekranke…

Hotel Paraiso de Isabela

Am Hafen löhnen wir 10$ pP Eintritt und es stehen bereits einige Taxis, in allen Farben bereit. Anders als auf der Insel Santa Cruz sind hier die Taxis nicht ausschließlich weiß. Die kurze Fahrt zum Hotel Paraiso de Isabela kostet uns 2$. Unsere Wahl fiel auf das Hotel mit dem besten verfügbaren Preis-Leistungsverhältnis. Die Zimmer sind sehr geräumig da Familien sich hier scheinbar gerne ein Zimmer teilen hatten wir zwei weitere Betten im unseren Zimmer zur Ablage von unseren Rucksäcken, überaus praktisch. Ein kleiner Kühlschrank, warmes Wasser, kostenloses Trinkwasser sowie Frühstück waren inklusive. Das Frühstück besteht aus einer kleinen Portion Obstsalat, einem Saft, einem Kaffee mit heißem Wasser oder Milch sowie ein großes „Brötchen“ mit Ei nach Gusto. Und der Cholesterin Spiegel steigt und steigt. Bereits in Brasilien gab es jeden morgen Ei daher haben wir uns vorgenommen nach Isla Isabela mal für ein paar Wochen auf Ei zu verzichten.

Food on a budget

Was die Auswahl an Essmöglichkeiten angeht, merkt man hier den Unterschied zu der Insel Santa Cruz. Softeis und Co kann man hier kaum bis gar nicht finden. Wir haben uns das Restaurant „Las Palmeras“ empfehlen lassen bei dem das Almuerzo oder Cenar Tagesmenü gerade einmal 6$ kostet. Angereicht wird einem die Tagessuppe, die Hauptspeise mit Fleisch oder Fisch, Reis und kleinem Beilagensalat, eine große Karaffe Saft sowie ein kleiner Nachtisch.

Tour Los Tunnels

Bei einem Gespräch mit der toughen Besitzerin, fragen wir nach was eine Tour zu der Highlight Attraktion „Los Tuneles“ maximal kosten sollte. Wie sich herausstellt hat ihr leicht beschwipster Kumpel, mit dem sie eben noch ein Bier trank, einen Bruder der Touren zu Los Tunnels anbietet. Nach einem kurzen Telefonat erscheint der Bruder im Auto und nimmt uns mit zu seinem Büro. Einfach in ein fremdes Auto steigen geht es uns noch durch den Kopf …aber wir sind hier auf den Galápagos Inseln und nicht mehr in Brasilien.

Frauenpower

So kommen wir an dem Büro an und verhandeln einen Preis von 110$ pP (plus 10$ für einen Neoprenanzug) für die Tour. Dazu gehört die Abholung am Hotel, Schnorchelausrüstung und ein Mittagslunch. Witzigerweise scheinen die Ecuadorianer lieber mit dem weiblichen Part zu verhandeln, ganz anders als in Brasilien wo man bei solch einer Unterhaltung als Frau gar nicht groß beachtet worden wäre. Als wir genauer darauf achten, sehen wir auch in den Nachrichten viele toughe Frauen in der Politik, es macht den Anschein, dass die Emanzipation hier weit fortgeschritten ist. Da fühlt man sich als Frau richtig wohl 🙂

Gegenüber von „Las Palemras“ befindet sich ein Bäcker bei dem es mittags auch herzhaftes gibt wie Pizza oder Würstchen im Schlafrock, Empanadas etc. gibt. Für einen Zuckerschock steht eine große Auswahl an sehr sehr süßen Bäckerwaren bereit. Für unseren Geschmack etwas zu süß, doch es lohnt sich einmal zu probieren.

Außerdem bieten sämtliche Restaurants ein sättigendes Almuerzo für 5$ pP an.

What to do on Isla Isabela?

Dinge die wir mit einem begrenzten und geringen Budget auf der Insel Isla Isabela unternommen haben:

Strand

Der Strandabschnitt auf der Isla Isabela lässt weiße Sandstrandträume in Erfüllung gehen. Das Wasser war im April etwas kühler sowie aufgewühlter so macht es gleich noch mehr spaß baden zu gehen. Dutzende Strandcafés laden zu kühlen Erfrischungen und Essen ein. Während unserer Zeit auf der Isla Isabela, hat es nur einen Tag stärker geregnet und so haben wir uns einen warmen Irish Coffee im BJ Beach Club Bar Cafetería für insgesamt 12$ vorne am Strand geholt, zu dem es gratis Popcorn dazu gab. Außerdem werden hier Bambus Strohhalme verwendet was uns super gut gefallen hat.

Tuneles Pozas Salinas de Puerto Villamil

Direkt neben dem Hotel „Iguana Crossing“ führt ein Weg zum Pozas Salinas de Puerto Villamil. Nicht umsonst trägt das schicke Hotel diesen Namen, denn sehr wahrscheinlich belegen die Iguanas den gesamten Eingang. Doch wenn man mit etwas Vorsicht langsam an ihnen vorbei läuft während sie ihr Mittagsschläfchen halten, werden sie einen kaum bemerken.

Fahrradtour

Rund um den „Stadtplatz“ gibt es viele Restaurants und Touranbieter bei denen man sich ein Fahrrad ausleihen kann. Wir entscheiden uns zwei Fahrräder bei einem Supermarkt auszuleihen. Die zwei Drahtesel kosten 30$ für den Tag. Unsere Tour führt uns zunächst vorbei an dem schwer zu befahrenen Strandabschnitt. Gebt nicht auf nur der Anfang lässt sich schwer bis gar nicht befahren danach ist die Strecke richtig auf Fahrradtouren ausgelegt. Es ist super heiß in der Vormittagssonne und so machen wir schon nach kurzer Zeit den ersten Stopp um etwas zu trinken und noch einmal Sonnenschutz aufzulegen SCHWER ZU EMPFEHLEN! Auf der Strecke gibt es immer wieder etwas zu sehen also haltet die Augen auf, vor allem auch nach Schildkröten die auf einmal mitten im Weg liegen können und sicherlich nicht im Affenzahn vom Weg huschen wenn ihr um die Ecke gefegt kommt. Um einen Platten zu vermeiden, Fahrt ihr am besten ganz in der Mitte des Weges, denn am Rand liegen fiese Stachel, die eurer Fahrt ein schnelles Ende setzten können.

Unser erstes Ziel ist die Mauer der Tränen, welche wir nach 80 Minuten erreichen. Im Jahre 1945 wurde die Insel Isla Isabela als Gefängnis und Arbeitslager genutzt. Ein Großteil der Gefangenen mussten bei der Errichtung der Mauer ihr leben lassen. Sei es durch verdursten, Erschöpfung oder schwerwiegenden Verletzungen, daher trägt die Mauer heute den Namen „El Muro de las Lágrimas“ im Gedenken an die unzähligen Verstorbenen. 

Wir schauen uns lediglich die Mauer an und krakeln nicht auf den Berg hoch. Auf dem Rückweg halten wir noch einmal bei einem Aussichtspunkt, oben angekommen sind wir endgültig durchgeschwitzt. 

Den nächsten Halt legen wir bei den Mangroven ein. Ein kurzer und angenehm schattiger Weg führt durch die Mangroven bis zu einem erfrischend kalten Fluss. Wir kühlen uns nur kurz ab und machen uns weiter auf den Weg, wir hätten noch mehr zu trinken mitnehmen sollen. Die zwei Liter sind schon nahezu verdunstet.

Der letzte Halt führt uns zu einer Höhle. Wir setzten uns vor die Höhle um mit Selbstauslöser ein Bild zu machen und verbrennen uns direkt die Hintern. Die schwarzen Steine kochen nahezu, wir fragen uns wie die Iguanas das auf den Steinen aushalten können.

Ein Ausflug bei dem man die Insel wunderbar für kleines Geld erkunden kann und Abends hat man sich seine Portion Reis oder Pasta verdient.

Concha de la Perla

Die Bucht „Concha Perla“ bietet sich für einen ersten Schnorchelgang bestens an. Hier schwimmt man mit kleinen und größeren Fischen, Krebsen und Seesternen. Mit etwas Glück schwimmt auch ein Iguana Richtung Steinbucht. Eine große Vielfalt darf man jedoch nicht erwarten wir fanden die Bucht perfekt um sich wieder ans Schnorcheln zu gewöhnen, damit man für die anstehende 3 Stunden Tour auf Isla Isabela vorbereitet ist.

Los Tuneles

Die wohl schönste und artenvielfältigste Schnorcheltour auf den Galapagos Inseln ist die durch Los Tuneles auf der Insel Isla Isabela. Wir haben die Tour durch frisch geknüpfte Kontakte für 110$ pro Person gebucht. Die Tour dauert um die 6 Stunden und beinhaltet Abholung am Hotel, Schnorchel die mit Anti Fog beschichtet sind, Flossen, ein Mittagslunch und hochqualitative Bilder welche der Tourguide während der Tour macht.

Wir versammeln uns bei dem Tourbüro um unsere Schnorchel und Flossen zu erhalten. Bei Bedarf kann man für 10$ einen Neopren Anzug ausleihen, so verbrennt man sich nicht so schnell und es wird einem sicherlich nicht kalt. Immerhin verbringt man nahezu 3 Stunden im Wasser. Der Weg zur ersten Schnorchel Station ist bereits beeindruckend, wir sehen das erste mal Mantas fliegen und sind alle sprachlos. Der erste Spot beeindruckt uns direkt mit einem Pinguin, wohl einer der kleinsten Arten die existiert. Um sich abzukühlen, streckt er seinen offenen Schnabel in die Höhe. Nach kurzer Zeit erleben wir die ersten Riffhaien hautnah. Der Guide hilft beim abtauchen und so ist man Auge um Auge mit den 1 Meter langen Riffhaien. Viele bunte Fische schwirren um uns herum und wir schwimmen langsam über die Korallen. Man sollte hier wirklich gut aufpassen nichts zu zerstören, da das Wasser teilweise sehr flach werden kann. Der Guide führt uns jeweils einzeln zu einem goldenen Seepferdchen das bereits eine ordentliche Größe erreicht hat. Das Territorium der Hippocampus erstreckt sich gerade einmal zwischen 5 bis zu 15 Meter, erklärt uns der Guide daher muss man besonders vorsichtig sein nichts in seinem Territorium zu zerstören. Als wir auf die anderen warten erschrecken wir uns, denn direkt neben uns knabbert eine riesige Wasserschildkröte auf dem Felsboden Algen. Wir schwimmen etwas zur Seite um ihr Platz zu machen und sie zu beobachten. Ganz unbeeindruckt frisst sie weiter.

Wir klettern wieder auf das Boot und fahren zum nächsten Spot. Das Wasser ist hier deutlich klarer und hellblau da der Meeresboden nicht weit entfernt aus hellem Sand besteht. Eine Manta Familie sowie einige Riffhaie schweben unter uns durch das Wasser. Auch einige Seesterne entspannen hier an den Felswänden. Nicht weit entfernt liegt noch die Schale einer gehäuteten Languste.

Auf dem Boot lassen wir die vielen eindrücke bei einem Mittagslunch bestehend aus einem Tunfisch Sandwich (wie passend ^^) und einem Glas Cola sacken. Wir tauschen uns aus welche Tiere wir gesehen haben und freuen uns bereits auf die tollen Bilder und Videos die der Guide aufgenommen hat. Nach dem Lunch fahren wir zum letzten Spott an dem wir Blautölpel sichten wollen. Die Landschaft hier ist beeindruckend. Die Lava Gesteine haben sich hier zu einer Art Ansammlung von Brücken gebildet und so spazieren wir über die heißen Steine. Achtung auch hier kann man sich richtig schnell verbrennen. Vorbei an Jahrhundert alten Kakteen, die Kakteen wachsen hier gerade einmal einen Meter in 200 Jahren, sehen wir bereits die ersten blauen Füßchen. Ein Blautölpel Pärchen liegt hier entspannt in der Nähe eines Busches. Der Klang der Tölpel ist einzigartig den nicht nur Vogelexperten sofort erkennen können. „El Niño“ beeinflusst die Tierwelt stark auch die Blautölpel brüten immer weniger Nachwuchs aufgrund der ungewöhnlichen Strömungen Erklärt uns der Guide.

Die Tour mag zwar etwas teurer sein, dennoch würden wir Galápagos begeisterten mit einem kleinen Budget vor allem diese Tour empfehlen. Denn Los Tunnels lassen sich leider nicht auf eigene Faust erkunden.

Sonnenaufgang Isla Isabela

Fazit

Alles im Allen hat uns der 12-tägige Aufenthalt auf den drei genannten Galapagos Inseln 2.794€ für zwei Personen gekostet und war jeden Cent Wert. Dazu zählen: Flüge, Unterkunft, Ausflüge, Transport, Essen und sonstiges wie Drogerieartikel, Waschen und Souvenire. Einige Hotels und Hostels sind dankbar um ein paar Stunden Hilfe und bieten dafür eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit, am besten vorab per Email oder vor Ort nachfragen.

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