Ilha de Boipeba 04 / 2019

Vale la pena

Erfahrt mehr über unser absolutes Highlight auf unserer Brasilienreise – to us one of the best places to visit in Brazil.

„Ich glaube die Frau neben mir denkt ich habe Gelbfieber…“ unser abenteuerlicher Weg auf die traumhafte wirklich TRAUMhafte Insel Ilha de Boipeba dauerte geschlagene 17 Stunden, dennoch Vale la Pena aber sowas von. Leider hat es einen von uns mit einer ziemlichen Erkältung erwischt, was die Odyssee wohl noch unerträglicher macht.

Los geht es Nachts um 2:30 Uhr von Cuiabá nach Saõ Paulo. Anschließend von Saõ Paulo nach Salvador. Vom Flughafen aus geht es dann zum Hafen um die Fähre für 5 Reais pP nach Bom Despacho zu nehmen. Dort angekommen kann man sich ein Busticket für 26 Reais pP nach Valenca kaufen, die Fahrt dauert ca. 2 1/2 Stunden. In Valenca am Busterminal angekommen nimmt man sich am besten (ein etwas überteuertes) Taxi für gesamt 20 Reais zum Hafen. Dort kauft man ein Ticket für ein Boot nach Ilha de Boipeba für 45 Reais pP. Die letzte Etappe ist die ca. 1 stündige Bootsfahrt auf der auch die Nase wieder frei wird.

Um zu den Pousadas zu gelangen nimmt man die Straße die leicht links direkt in die Stadt rein führt, den Hügel hoch auf einen großen Platz und von dort weiter gerade aus in die kleinen Straßen rein. Unser Check-In verläuft zum Glück super schnell und wir sind heilfroh, dass es nicht so feucht ist. Das kleine Zimmer wird jetzt die nächsten zwei Wochen unser Zuhause sein.

Der Weg zur Unterkunft – etwas wackelig sorry

Hippie Island

Mit der letzten Energie erkunden wir das Fischer-Hippie-Dorf. Die Häuser sind maximal zweistöckig, bunt und das Leben findet vor allem auf der Straße statt. An kleinen Supermärkten, Restaurants oder Drogerien mangelt es nicht. So landen wir am ersten Abend in einem italienischen Restaurant weil wir extrem Lust auf Pizza Margherita haben. Der Teig ist knusprig, dünn in Kombination mit dem heißen Käse und Tomatensauce genau das was wir nach so einem langen Tag gebraucht haben. Die Pizza kostet hier 48 Reais und eine kann man sich locker teilen.

Auf dem großen Platz in der Mitte des Örtchens kann man frisch gemachte Tapiocas süß oder herzhaft gefüllt bestellen. In der Straße am Italiener vorbei gibt es Abends einen Stand von der Bäckerei, welche frisch panierte Acarajé auf der Straße verkauft. Die frittierten Art Brötchen aus Bohnenteig sind das traditionelle Snackgericht in der Region Bahia. Das Brötchen wird in Palmöl frittiert und je nach Geschmack mit Tomaten, Zwiebeln, Püree und Shrimps gefüllt dazu gibt es eine scharfe Piment Sauce. Dennoch ist das Püree eigentlich viel zu aufwendig zuzubereiten, um es mal eben so runter zu schlingen. Das Püree heißt Vatapá welches traditionell aus Fisch,  Nusskernen, getrockneten Krabben, eingeweichtem Brot, Dendê-Öl, Kokosmilch und Gewürzen (Koriander, Petersilie, Ingwer und mehr) hergestellt wird. Ein Muss für uns wenn man Bahia besucht, in Salvador gibt es wohl die besten doch hier auf Boipeba schmecken sie auch köstlich. Ein weiterer Tipp zum Thema Essen: Sonntags gibt es bei einem Obst- und Gemüseladen frische Pollo Assados für 30 Reais. 

Tranquillo Lifestyle

Am nächsten Morgen werden alle unsere Geister von einem lauten „Bom Dia“ der stets lächelnden angestellten im Frühstücksbereich geweckt. Unser Gastgeber Henrique hatte wohl recht, dass die Leute hier auf der Insel ein unheimlich lautes Organ haben. Wir grüßen so laut es geht zurück und schon lachen wir einfach – einfach weil uns ein wunderschöner Tag bevorsteht. Das Frühstück ist reichhaltig; frische Säfte aus Früchten die wir teilweise noch nie probiert haben, Rührei, Brote, Früchte und frisch gebackener Schokokuchen mit Kokosraspeln. Wir decken uns mit Wasser und ein paar Lebensmitteln ein die wir im kleinen Kühlschrank bei uns im Zimmer verstauen. Wir dürfen glücklicherweise die Küche ab 15 Uhr benutzen und auch gerne einmal kostenfrei Waschen wenn wir nett fragen.

So machen wir uns auf den Weg durch den Ort zum Strand. Der 20-minütige Weg führt größtenteils über Sand also Vorsicht lieber Flip Flops tragen, es kann heiß werden. Uns verschlägt es erst einmal die Sprache … dieser Strand… heller feiner Sand umsäumt von 100ten von Palmen verziert mit kleinen Holzbuden und der Strand so weit das Auge reicht. Wir hätten auch 24 Stunden Anreise auf uns genommen um hier anzukommen. Das Lebensgefühl auf der Insel ist verständlicher Weise auch ein ganz anderes als in der Stadt. Man fühlt sich sicher, grüßt sich und geht mit einer extra Portion „tranquillo“ an den Start. 

Zunächst erkunden wir den Strand bevor wir uns hin setzten. Wir laufen nach links um die Spitze der Insel um einen weiteren mindestens genauso schönen Strandabschnitt zu finden. Also drehen wir wieder um Richtung Guidos, ein Fischrestaurant welches dank Google und Co super Hip und angesagt ist bei den Brasilianern, doch uns sagt die Atmosphäre nicht so zu auch die Preise sind etwas angepasst. Extrem leckere Languste gibt es hier sicherlich. Uns zieht es zum ersten Stand an dem wir freundlich angesprochen wurden – Barraca de Paúca. Paúca hat diese „Baracke“ (so heißen hier alle kleinen Restaurants welche ganz und gar keine Baracken sind) am Strand hier schon seit einigen Jahren und bereitet uns geniale Caipirinhas zu. Wir quatschen eine Zeit lang auf spanisch und freuen uns, dass wir nicht zu Guidos gegangen sind. Seine nette Frau zaubert in der kleinen Strand-Küche die leckersten Gerichte zu, wir haben Pulvo (ca. 70 Reais) und Languste (ca. 100 Reais) während unserer Zeit in Boipeba ausprobiert und waren begeistert. So sitzt man auf den Stühlen direkt am Strand, die Sonne wärmt auf, die frische Meeresluft durchspült alle Atemwege und das fast schon lauwarme Wasser rollt unter unseren Füßen hinweg. Aaaachhh hier will man nicht mehr weg!!!! 

Billard Bar

Ein Strandspaziergang nach rechts bis zum Ende des Abschnitts führt zu einem Fluss der ins Meer mündet. Den Sonnenuntergang kann man von dieser Seite nicht sehen, dennoch schaffen wir es erst nach Eintritt der Dunkelheit nach Hause. Bei einer Runde UNO in der Nähe vom Billardtisch in der Pousada lernen wir einige ansässige Leute kennen, wie sich herausstellt macht unser Gastgeber heute eine kleine spontane Fete – so ein Glück, dass wir hineingestolpert sind. Wir lernen seine lokalen Freunde kennen und ein Japanisches Pärchen aus Saõ Paulo die Henrique schon von klein an auf kennen. Eine Mischung aus Englisch, Spanisch und Portugiesisch bringt uns durch die Nacht. Später finden wir dann heraus, dass die japanischen Brasilianer in ihren 60er Jahren doch gar nicht mehr zusammen sind, sie machen nur zusammen Urlaub hier und teilen sich ein Zimmer – achso na klar, kann man mal machen 😀 ein alter Kumpel von Henrique serviert seiner Frau frische Käsescheiben, Salami und Wein, ein paar andere Locals spielen Billard (angeblich der erste Billardtisch den es hier auf der Insel gab), ein paar weitere Rauchen entspannt ein Tütchen und wir bekommen frische Muscheln serviert – die müssen wir unbedingt mal probieren. Nach einigen Caipis und vielen Bieren fallen wir schlags KO ins Bett.

Moreré – Praia de Bainema

Wir haben zu Fuß einige Ausflüge gemacht, manche entspannt manche sehr anstrengend. Der Ausflug nach Moreré und zum Strand „Praia de Bainema“ war eher anstrengend; bis zu zwei Stunden durch die Hitze im Sand, gefolgt von einer Wanderung am Strand von einer Stunde bis zu einem Restaurant da uns das Wasser ausgegangen war. Rückzugs brauchten wir ein Quad nach Hause weil wir so kaputt waren. Natürlich kann man sich auch bis nach Morere mit dem Quad fahren lassen und dann von dort aus entspannt am Strand entlang schlendern.

Der Weg ist das Ziel – von Cairu zum Praia de Bainema
Kaum eine andere Person ist unterwegs, nur ein paar Fischer – Praia de Bainema

Fauna & Flora

Alleine die Vielfalt der Pflanzen in unserer Pousada ist erstaunlich; von der Blume der Passionsfrucht (die Königin unter den Blumen) bis hin zu besonderen Kletterpflanzen ist hier bereits einiges vertreten. Die Kolibris fliegen von einer Naktarstelle zur nächsten und auch ein zwei Hängebeinfliegen schauen vorbei. Wespen haben wir nur einmal gesehen und die waren wirklich nur auf süßes aus, nicht wie auf ALLES wie bei uns in Deutschland.

Auf der Insel Streunern viele Hunde herum, manche haben ein Herrchen manche sind einfach Teil der Insel Community. So lernen wir auch „Sandy“ unseren Inselhund kennen. Wir wissen nicht wie sie es schafft aber sie wartete jeden Tag den wir zum Strand gingen auf uns im Dorf um mit uns gemeinsam zum Meer zu spazieren. Dort angekommen hat sie sich den Tag über hier und dort etwas erschnorrt, hat noch einen Abendspaziergang mit uns am Meer gemacht und lief dann mit wieder nach Hause. Wir haben ihr lediglich etwas Wasser gegeben, da es ja so unerträglich heiß war. Passendes Hundefutter hatten wir nicht daher haben wir ihr lieber nichts zu Essen gegeben.

Nicht nur die Hunde laufen hier frei rum, eines Tages rennt Sandy mit einigen weiteren Hunden wie angestochen los – das freilaufende Pferd hat seine Wiese verlassen und besitzt wohl die Frechheit am Strand lang zu reiten ALLEINE. Ein großes aufsehen, alle Hunde hinterher, das Pferd legt den Galopp ein und alle müssen lachen. Wahnsinn wo sind wir hier gelandet?! Was für ein Traum.

Der Pousada Garten <3

Party like it’s hot

Der Kirchengang an Dienstagen wird meist mit einer kleinen Fete auf der Straße beendet. Ein paar Männer schnappen sich Trommeln, Rasseln und Gitarre und singen zu der Musik. Die Erwachsenen und Kinder tanzen dazu auf der Straße oder sitzen am Rand und unterhalten sich. Kurz bevor wir ins Bett gehen wollen, da wir am nächsten Tag abfahren, stolpert unser Gastgeber über unsere Terrasse und fragt ob wir nicht mit auf eine Party im Ortskern gehen wollen. Wir sind neugierig und stimmen sofort zu, unsere gleichaltrigen Nachbarn aus Saõ Paulo kommen ebenfalls mit und so machen wir uns zusammen auf den Weg.

Da die Insel meist früh am morgen oder nachts ordentlich mit frischem Regenwasser überflutet wird, stampfen wir durch den unasphaltierten Matsch bis hin zu der kleine Dorf „Diskothek“. Die Musik scheppert enorm laut aus dem kleinen Häuschen, das mit Palmenblättern bedeckt ist. Wir bleiben zunächst vor dem Häuschen stehen und quatschen noch etwas bevor wir rein gehen. Die ersten betrunkenen werden im Schlepptau von Freunden nach Hause geschleift. Unser Gastgeber möchte noch nicht rein ihm ist es zu laut, also gehen wir zwei rein.

Das ganze Häuschen wackelt, hier steht keiner still. Nur ein Mädchen an der Bar, dass sich in ein pinkes Kleid geworfen hat und nicht sonderlich begeistert von den „antanzversuchen“ ihrer Verehrer ist. Sie sucht Zuflucht bei uns und verlässt unsere Seite nicht. Eine Gruppe von stylischen sowie geschminkten Queens, tanzt sich vor zu den Boxen. Sie legen ihre feinsten Dancemoves auf das Sandparkett und freuen sich ebenfalls, dass wir den etwas lästigen älteren Herren von Ihnen halten. Nach zwei Wochen auf der Insel kennen wir bereits einige der Leute und werden herzerwärmend begrüßt und es wird sich mit Händen und Füßen unterhalten, es ist eh viel zu laut um sich zu verstehen. Von ganz klein bis alt sind hier wirklich alle Bewohner vertreten, wahrscheinlich hat unser Gastgeber doch Recht, dass die Kids hier schon im jungen alter solcher Lautstärke ausgesetzt sind, dass man eben dauerhaft einen lauteren Ton an den Tag legt.

Am nächsten Tag schleppen wir leicht verkatert unsere Backpacks zum Hafen und verlassen dieses kleine Paradies. Hoffentlich haben wir irgendwann noch einmal die Gelegenheit hier her zu kommen.

P.s.: leider hat sich einer von uns den Fuß während unserer Zeit auf Boipeba verstaucht daher haben wir einige Tage einfach nur im Zimmer verbracht, sonst hätten wir evtl noch einen Bootsausflug gemacht.

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