Cusco 05 / 2019

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Wir sind mit einem günstigen Inlandsflug für 40€ pP nach Cusco geflogen (wir haben uns mal die besten Plätze gegönnt sowie extra viel Handgepäck). Der Höhenunterschied macht sich direkt bemerkbar, Cusco liegt auf knapp 3.000 Metern da bleibt einem die Luft schnell mal weg. Ein Uber bringt uns zu unserer Unterkunft, die Hotelkette Wild Rover. Die Lage vom Hostel ist einerseits genial aufgrund der Aussicht andererseits ziemlich schweißtreibend da die wohl steilste Straße in ganz Cusco über dutzende Treppenstufen hier hoch führt. Zum Glück kommen wir mit dem Auto an, das Gepäck hier hoch zu schleppen ist für den ersten Tag auf dieser Höhe ein bisschen zu viel Anstrengung. Ab 2.500 Metern bekommen die ersten bereits Probleme mit der Höhe daher sollte man sich nicht übernehmen und vielleicht doch lieber ein Taxi von der Stadt wieder hoch ins Hostel nehmen.

Wir haben ein Privatzimmer mit eigenem Bad, was sich wie sich später herausstellt eine der besten Entscheidungen war. Zwei einzelne Betten im Bunkbed kosten fast genauso viel wie das Privatzimmer.

Größer und Lauter

Die Stadt ist ziemlich groß viel größer als erwartet und liegt mitten in den Bergen, die Aussichten hier sind wunderschön. Der Platz Plaza de Armas in der Altstadt ist einen Besuch auf jeden Fall Wert, hier steht auch eine große Kirche die man besuchen kann. Außerdem sind Rund um den Platz Banken, Tourbüros und die zwei Bahnanbieter Peru Rail und Inka Rail. Verlässt man die Altstadt wird es schnell sehr hektisch und laut. Sirenen, Pfeifen der Polizisten die sowohl bei rot und grün dauerhaft den Autos zu pfeifen oder laute Verkäufer. In der Altstadt kann man sich auch einmal entspannen aber von einem Hotel in der Innenstadt würden wir Leute mit einem leichten schlaf abraten.

An allen Ecken versuchen die Tourverkäufer penetrant Touren zu verkaufen und die Massagefrauen sind ebenfalls auf der Suche nach einem gutem Geschäft. Dadurch gestaltet sich das umherschlendern in der Stadt als nicht ganz so entspannt wie erwartet. Wir wimmeln die Verkäufer ab und besuchen den höchsten Irish Pub der Welt. Hier kann man Guiness (aus Dosen) und Irish Coffee auf 2.800 Höhenmetern genießen. Leider wird Guiness in Peru nicht mehr frisch vom Hahn gezapft aufgrund mangelnder Nachfrage (sehr schade!). Ziemlich bizarr in dieser historischen Stadt in einem Fleckchen Irland zu sitzen. Anschließend ziehen wir noch etwas durch die Straßen der Altstadt und entdecken ein Café für den nächsten Morgen in dem es Açai Bowls gibt, lecker! Auf dem Weg zurück zum Hostel halten wir bei einem lokalen Restaurant, das Mittagessen und Abendessen für um die 4€ anbietet um ein Teller Hähnchen mit Reis und Salat zu essen.

Im Hostel angekommen pfeifen wir aus dem letzten Loch, der steile Weg nach oben raubt uns den Atem. In der Hostelbar läuft die zweite Folge der neuen Staffel GOT, Mist wir dachten es fängt erst in einer Stunde an. Also gehen wir schon früh in’s Bett denn wir haben beide starke Kopfschmerzen und sind total KO vllt macht uns die dünne Luft doch mehr zu schaffen als gedacht.

Machu Picchu

Um die Pilgerstätte Machu Picchu von Cusco aus zu erreichen gibt es je nach Budget und gewollten Bewegungsgrad verschiedene Wege.

Wir haben uns für die folgende Variante entschieden. In den Tourbüros die sich durch die ganze Stadt erstrecken, kann man eine roundtrip Busfahrt nach Hidroelectrica für 20€ buchen. Der erste Bus fährt morgens gegen 5 Uhr los und erreicht Hidroelectrica nach 2 1/2 Stunden. Von dort kann man zu Fuß Aquas Calientes über die Bahngleise in 2 bis 3 Stunden erreichen. Das Bergdorf ist nicht nur das Tor zum Machu Picchu sondern bietet den erschöpften Wanderern auch heiße Quellen, wie der Ortsname bereits verrät. Wir haben uns dazu entschieden dort eine Nacht zu übernachten um nach der Wanderung in die heißen Quellen und dann ab in das Bett zu hüpfen. Von dem Örtchen geht es zu Fuß zum Eingang Machu Picchu’s. Nach ungefähr 2 Stunden Wanderung, erreicht man den Eingang. Die Eintrittstickettsts können Online für um die 40€ pro Person erworben werden und ganz einfach mit Kreditkarte bezahlt werden.

Alternativ kann man bereits am Flughafen in Lima oder in Cusco ein Zugticket kaufen. Es gibt zwei verschiedene Bahnbetreiber Peru Rail und Inka Rail. Peru Rail bietet die etwas luxuriöse Fahrt mit einem Panorama Dach und Option zu einem Mittagessen an einem gedeckten Tisch. Die Zugfahrt startet entweder von Cusco San Pedro Station, Wanchaq Station, Poroy oder Ollantaytambo (90km von nordwestlich von Cusco entfernt). Ob ihr nun von der Zugstation in der Stadt oder an einem der abgelegeneren Zugstationen startet, benötigt ihr knapp 4 Stunden um das Weltkulturerbe zu erreichen. Die Zugunternehmen bieten Tickets zwischen 60€ und 400€ an. Was ihr laut der Bahnbetreiber Webseite für die 400€ Variante erhaltet: „Travel on the exclusive and luxurious Belmond Hiram Bingham train and enjoy the elegant dining car, the bar car, and the observatory, where you can take in the unmatched scenery in the open air while sipping on a traditional Peruvian cocktail and listening to live local music.“

Seid ihr nun in Aquas Calientes angekommen, könnt ihr wie bereits beschrieben in 2 Stunden Wanderung den Eingang erreichen oder ihr nehmt einen Bus, der euch in 30 Minuten hoch auf den Berg fährt.

Anscheinend gibt es eine Neuerung die besagt, dass ein Guide verpflichtend ist um die Stätte zu betreten. Jedoch wird dies bis heute noch nicht richtig umgesetzt. Uns wurde von Freunden berichtet, dass Guides vor dem Eingang stehen die ihren Service anbieten. Noch scheint man jedoch auch ohne Guide herein zu kommen. Sollte dies bis dahin nicht mehr der Fall sein, wartet man bis sich ein Grüppchen gebildet hat um den Machu Picchu zu betreten. Der Machu Picchu Rundgang selbst dauert ungefähr 2 Stunden. Und denkt daran vorab noch einmal auf die Toilette zu gehen, in der Stätte selbst gibt es verständlicherweise kein WC. Sieht euch am besten bequeme Kleidung an, bringt eine Jacke mit die ihr ausziehen könnt, denkt an eure Kamera, Wasser, Sonnenschutz und Mückenspray dann solltet ihr bestens versorgt sein.

Zudem gibt es noch einen kleinen Vorteil im Vergleich zu den Rainbow Mountains. Der Machu Picchu liegt auf 2.430 Metern Höhe und liegt daher etwas niedriger als Cusco selbst. Also solltet ihr bei dem Besuch des Weltwunders keine Probleme bekommen (die ihr nicht schon in Cusco hattet). Ganz anders sieht es beim Rainbow Mountain aus, welche auf Stolzen 5.200 Metern Höhe liegen. Dafür solltet ihr euch umbedingt vorab ein paar Tage akklimatisieren.

Machu Picchu öffnet um 6 Uhr seine Pforten und der letzte Ausblick kann bis um 17 Uhr genossen werden. Die Trockenzeit in Peru ist von Mai bis Oktober.

Erkundungstour

Am nächsten Morgen gehen wir in dem kleine Café einen Açai essen und machen uns anschließend auf den Weg, die „Innenstadt“ zu erkunden. Wir planen uns die Sacsayhuamán oder Qenko Ruinen anzusehen, falls es morgen nicht zu heiß ist. Die Straßen sind voll von Touristen und Locals welche die etlichen kleinen Läden besuchen. Kiosk, Restaurant, Bäcker, Internet Café oder auch Tierhändler welche kleine Welpen in großen Plastikkästen halten. Die Frauen tragen hier zum Großteil traditionelle Kleider und tragen den Einkauf oder ihre Kinder in Tüchern auf dem Rücken. Es stehen auch ein paar Frauen auf den Gehwegen herausgeputzt in den schönsten Kleidern und ordentlich geflochtenen Zöpfen, zwei Stück links und rechts die sich hinten wieder treffen und von einem Haargummi Zusammen gehalten werden. In den Tüchern liegen kleine Baby Alpakas. Für etwas Geld kann man ein gemeinsames Foto schießen.

Wir erkunden die Stadt weiter und halten an einem kleinen lokalen Restaurant, um einen Kaffee zu trinken. Der Mann fragt ob wir einen Ceviche essen wollen, ein typisches Gericht, dass man wohl in ganz Südamerika bekommt. Roher Fisch mit Zwiebeln in einem Limetten Essig und Öl Dressing, doch wir lehnen dankend ab.

Auf unserem Weg kommen wir ebenfalls an Schulen vorbei, die Kinder tragen hier alle unterschiedliche Uniformen und kaufen nach Schulende Lollis, Ceviche und Spielzeuge bei Straßenverkäufern.

Die Sonne ist ziemlich stark und wir entscheiden uns mit einem Uber nach Hause zu fahren. Nach einem sättigendem Abendessen in einem der umliegenden Restaurants besuchen wir die Hostel Bar. Wir tragen uns auf einer Liste zu der geplanten Quiznight ein und verbringen einen Feucht fröhlichen Abend mit den anderen Hostelgästen in der Bar. Gut angeheitert fallen wir ins Bett, der Kopfschmerz ist immer noch nicht ganz verflogen. 

Plötzliches Ende

Nach einer qualvollen Nacht mit erbrechen und Hitzewallungen, schieben wir die heftigen Symptome nicht mehr auf den Alkohol und messen die Temperatur; 37,4 bei einem und 38,9 beim anderen. Wir quälen uns ein paar weitere Stunden doch der Magen spielt immer mehr verrückt und die Temperatur klettert eher weiter hoch. Daher lassen wir uns einen Touristenarzt in Cusco empfehlen, das SOS Medical Cusco.

Im Gepäck die Reisepässe, die Versicherungspolicen sowie ein ordentliches Magenkrummeln und die Angst keine Toilette für die nächsten 30 Minuten zu haben. Beim Arzt angekommen füllen wir ein paar Bögen aus und warten im Arztzimmer ca. 45 Minuten auf den Arzt. Die freundliche Arzthelferin misst unseren Blutdruck sowie die Temperatur und stellt den Heizlüfter an da wir wie verrückt zittern. Der Arzt nimmt uns genauer unter die Lupe und stellt uns einige Fragen auf englisch da wir zu 100% verstehen wollen was der Arzt zu sagen hat. Die Diagnose: eine Lebensmittelvergiftung. Infiziert haben wir uns vor 3-5 Tagen und er sagt das ist ganz normal in Peru sowie auch in Bolivien. Wir können uns durch Wasser (der Kaffee), einen Salat (Beilagensalat bei dem Hähnchen) oder noch ganz andere verunreinigte Lebensmittel infiziert haben.

Der Arzt verschreibt uns zwei Breitbandantibiotika und Schmerztabletten sowie ein paar Tage Ruhe. Gesamtkosten für einen kurzen Arztbesuch sowie Medikamente belaufen sich auf 250 Euro. 

Also quälen wir uns die ersten zwei Tage lang, im extrem lauten Partyhostel mit miefendem Abfluss im Bad, trockene Kekse rein die wir nur mit reichlich Tee runter gespült bekommen. Der Appetit komplett gekillt und auch der Besuch zum Macchu Picchu rückt immer näher. Wir hatten ein Busticket nach Aquas Calientes gebucht und fragen uns wie wir die Fahrt morgen antreten wollen geschweige denn den Berg übermorgen zu besteigen. Nach langem hin und her überlegen canceln wir alle Buchungen und entscheiden uns nach einigen weiteren Nächten in Cusco spontan nach Chile zu fliehen.

Hätten wir uns doch bloß auf der Brücke in Lima etwas anderes gewünscht.. 

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