Curitiba – 03 / 2019

Die Stadt mit dem deutsch-italienischen Einfluss

„Du hast dem Mann gerade einfach dein Handy in die Hand gedrückt.“ – „Oh stimmt.“ Kaum haben wir den Flughafen in Curitiba verlassen spüren wir sofort die Unterschiede. Es ist deutlich kälter, es sind kaum Menschen unterwegs und unter den Leuten scheint uns keiner Suspekt zu sein also geben wir dem netten Mann unser Handy um uns etwas zu erklären. Bedenken haben wir dabei nicht. Das bestellte Uber, SIM Karten sei Dank, fährt gute 30 Minuten bis in das Stadtinnere. Unser Hostel Matilda liegt direkt am Rand des Altstadtkerns. Da heute Sonntag ist, sind die meisten Geschäfte geschlossen erklärt uns der Fahrer. Auch so wirkt alles ziemlich leer gefegt, ob wir da mal die richtige Entscheidung getroffen haben hier her zu reisen?! Je näher wir zu unserem Hostel kommen um so voller werden auch die Straßen. Plötzlich sehen wir nur noch junge Leute alle schlendern mit Weinflaschen und Bierbechern in der Hand von Bar zu Bar oder tanzen auf der Straße zu live Musik. Damit hatten wir nicht mehr gerechnet.

Der Blick aus dem Hostel Fenster

CSD und Samba in Curitiba

Also legen wir unsere Sachen kurz ab, begrüßen die anderen Mitbewohner an der Hostel Bar und ziehen direkt raus auf die vollen Straßen. Der Altstadtkern ist eher klein und die meisten Häuser schienen nicht bewohnt zu sein, sondern sind meist von Bars oder Restaurants besetzt. Wir folgen den lauten Trommeln und Trompeten und enden auf einem Platz auf die Leute ausgelassen zu den Instrumenten wippen. Kleine Wägen sind mit Bier und Wasser beladen, einen frischen Caipi bieten auch manche an. So ziehen wir weiter hoch an all den Live Musikern vorbei, genießen ein leckeres Itaipava für 10 Reais und hören dem Reggae Sänger zu. Aufgrund der vielen jungen Leute, denken wir zunächst, Curitiba muss wohl eine Studentenstadt sein in der vor allem gleichgeschlechtige Paare heute etwas zu feiern haben. Später haben wir erfahren, dass die Feier ähnlich wie ein CSD gegen Homphobie organisiert wurde, ein wichtiges Statement gerade zu den aktuellen politischen Umständen. Eine nette Brasilianerin gibt uns den Tipp zu einer Bar in der heute Abend eine bekannte Musikband Samba spielt. Dort angekommen werden wir direkt von der tanzenden Meute mitgerissen, die Musik gefällt uns super und so bleiben wir noch ein paar Stunden. La Gente ist hauptsächlich aus Brasilien, dennoch sehen manche Brasilianer aus wie wir und so werden wir ständig für Locals gehalten. Ziemlich cool, da fühlt man sich noch mehr willkommen.

Samba do Brasíl

Der Heimweg ist uns nicht ganz so geheuer, in Rio hätten wir für die Aktion eventuell unser Handy hergeben müssen. Einmal die Straßenseite wechseln, um nicht dem Mann der im diffusen Licht der Straßenlampe steht, in die Arme zu laufen und schon sind wir gut beschwipst wieder zuhause.

Das Esszimmer mit anschließender Küche im Hostel Matilda

Die nächsten Tage haben wir viel gekocht und günstig eingekauft um die Kosten unten zu halten. Das Hostel scheint leider relativ leer zu sein, hauptsächlich die Mitarbeiter sitzen mit uns beim Essen oder halten mal ein Schwätzchen. Es regnet mindestens einmal am Tag, wir hatten immer Glück und haben es immer gerade so abgepasst, und es sind um die 20-25 Grad. Ganz angenehm für uns Kaltblüter. An der nächsten Straßenecke gibt es eine Wäscherei, die nach Kilo berechnet außerdem ist trockenen und Zusammenlegen auch im Preis enthalten, wie entspannt. 

What to do?

Tagsüber gibt es nicht allzu viele Sightseeing Möglichkeiten, gefallen haben uns die Klassiker: 

Die Opera de Arame welche wunderschön angelegt ist an einem Wasserfall und dem daraus entstandenen kleinen See/ Teich. Wer portugiesisch versteht sollte sich hier unbedingt Karten organisieren und einen genialen Abend verbringen. Als Tourist kann man sich die Bühne nur von außen anschauen, falls ihr in der Nähe seit lohnt sich einer kleiner schneller Peak.

Der Botanische Garten, welcher gerade renoviert wurde und deutlich kleiner ist als er auf den Fotos wirkt. Er ist wirklich winzig, trotzdem sehr schön angelegt. Hier kann man joggen, Schmetterlinge beobachten oder im Park spazieren.

Die Markthalle Municipal, welche Leckereien aus allen Ländern anbietet und viele frische Obst und Gemüsestände mit Angeboten locken. Außerdem gibt es eine große Aquarium Abteilung, mit interessanten Fischen. An einigen Ständen kann man essen, jedoch sind die Restaurants etwas getrennt von den Verkaufsständen. Stellt es euch also nicht vor wie eine Markthalle in Spanien.

Die Kathedrale „Catedral Basílica de Curitiba“ und Umgebung.

Für einen leckeren frisch gepressten O-Saft aus den hier grünen Laranjas und warmen Pao de Quejos (fritierte Brot-Käsebällchen) können wir euch die Kette Pao de Queso empfehlen. 

In Brasilien wird BlaBlaCar ebenfalls genutzt, daher haben wir uns mit einem Mann zusammen geschlossen der uns für 100 Reais mit nach Florianópolis genommen hat. Das BlaBla wurde bei ihm noch groß geschrieben und so haben wir die 4-stündige Fahrt über das Reisen, Politik und Essen auf spanisch geredet. 

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