Cuiabá und Pantanal – 03 / 2019

Von Cuiabá in das Pantanal

Erfahrt mehr über unsere Reise in das Pantanal das große Feuchtgebiet, dass sich über Bolivien, Paraguay und Brasilien erstreckt. Eine wunderbare nicht so überlaufene alternative zum Amazonas.

Von Floripa geht es direkt aus dem Wald, ins Taxi, in den Flieger, einmal umsteigen in Saõ Paulo und wir sind im heißen und tropischen Gebiet Mato Grosso angekommen. Wir landen Nachmittags in Cuiabá, am Ausgang stehen schon mal große Staturen von Jaguaren, Greifvögeln und Echsen. Wir sind wohl richtig.

Wir nehmen ein Uber in die Stadt und checken in unser erstes Hotel in Brasilien ein. Dieses hatten wir günstig für knapp 30 Euro inkl. Frühstück über Expedia ergattert. Kaum angekommen laufen wir noch einmal zum nächsten Supermarkt und decken uns mit Wasser und Moskitospray ein. Die Gegend ist leider nicht so schön und es wird langsam dunkel, deshalb beschließen wir im Hotel zu bleiben und über Uber Eats das erste mal etwas zu bestellen. Ähnlich wie Lieferando bekommt man sein Essen geliefert. Ein kurzer Abstecher zum wohl besten Barber in Town ist auch noch drin (Danke an Buenohair oficial). Da wir noch nicht genau wissen wie wir jetzt eigentlich ins Pantanal kommen und wo wir genau hin möchten, sprechen wir noch mal mit der Rezeption und bekommen ein paar Kontakte. Letztendlich haben wir uns dafür entschlossen eigenständig ins Pantanal zu gehen und uns direkt bei einer Poussada Vorort einzubuchen. Die meisten organisierten Agenturen/ Guides bringen die Gäste sowieso nur in die Unterkünfte, welche dann die Touren Vorort durchführen. So konnten wir im Vergleich zum günstigsten Touranbieter ganze 1.000 Reais sparen.

Wie kommt man eigentlich in das Pantanal?

Wir entscheiden uns für die Pousada Rio Claro, welche ca. 2 1/2 Stunden von Cuiabá entfernt, an einem Fluss inmitten des Pantanal Gebiets liegt. Die Pousada macht uns zwei Angebote, wir entscheiden uns für das „günstigere“. Leider gibt es wohl nicht wirklich günstige Angebote, dennoch bekommen wir all inclusive geboten, 1 Tour (Reiten, Bootsfahrt, Kayak oder Geländewagen) am Tag sowie 1 Wandertour am Tag. Dies klingt genau richtig für 3 Nächte.

Wie kommt man eigentlich in das Pantanal? Wir reisen hierfür zunächst nach Poconé, ein kleines Dorf in der nähe der Transpantaneira M60 Road ist. Sie verbindet Poconé mit Porto Jofre.

Am besten deckt man sich noch einmal mit Trinkwasser in Poconé ein, da es im Pantanal in den Unterkünften sonst etwas teuer werden kann. Auf der Ilha Grande haben wir da bereits dazu gelernt. Wir bitten unseren Fahrer noch einen Stopp bei einem Supermarkt zu machen und kaufen noch 2x 6L Wasserkanister und zwei kleine Flaschen zum Abfüllen für gesamt 20 R. Zum Glück denken wir später, in der Unterkunft kostet ein 0,5L Wasser gleich 4R.

Die Transpantaneira Road ist eine Sand / Steinpiste mit vielen Brücken, die durch das Pantanal führt. Es ist aus unsere Sicht nicht zwingen nötig ein 4×4 Fahrzeug zu haben, dennoch von Vorteil, da es oft tiefe Löcher in der Straße gibt und man somit einfach schneller ist. Wer aber vorsichtig fährt, schafft es sicher auch mit einem normalen Kleinwagen.

Auf dieser Straße angekommen fahren wir noch ca. 40 Minuten bis wir an unsere Unterkunft ankommen. Auf dem Weg sehen wir schon viele große Vögel, rechts und links von der Straße und 2 Krokodile sowie ein Wasserschwein welches schnell im Wasser verschwindet. Es scheint so, als ob alles links und rechts im Wasser steht. In etwa so, hatten wir es uns das Feuchtgebiet in Größe der Bundesrepublik auch vorgestellt.

Río Claro – Mato Grosso

An der Unterkunft angekommen sehen wir wieder neue Tiere; kleine Affen und die unterschiedlichsten Vögel, hier gleicht kaum einer dem anderen. Besonders ein Vogel ist sehr Besitzergreifend und macht richtig Terz als wir in die Nähe von SEINER Wasserstelle kommen. Die kleinen lauten Vögelchen leben hier auf den Seerosen und beschützen ihren Nachwuchs. Wir kommen pünktlich zum Mittagessen an, welches täglich aus einem frischen Buffet besteht (Fisch, Fleisch, Hühnchen, Bohnen, Salate, Nachtisch). 

Schon gut wir akzeptieren, dass das Deine Seerosen sind ^^

Wir sprühen uns noch einmal mit Insektenspray ein (NoBite hat hier wirklich wahre Wunder bewirkt) und geben uns direkt auf die erste Tour. Wir machen einen Bootsausflug und sehen Greifvögel und viele andere kleine Vögel sowie ein paar neugierige Krokodile. Der Kollege Zip (Krokodil) haust direkt vor unserem Steg und steigt wohl nachts ab und an auf die Boote und macht es sich dort bequem. Eine Horde Wasserschweine tummelt sich ebenfalls am Pousada Steg. Um die 10 Schweine suhlen sich in einem Wasserloch und lassen sich entspannt im Schlamm treiben. Zwei kleine Babys stehen nah bei der Mutter und trinken etwas Milch. Unser Guide spricht ausschließlich Portugiesisch, ein Grund für den günstigen Preis, wir finden es super so können wir wieder etwas dazu lernen und bei den Touren geht es hauptsächlich darum etwas zu sehen, da tut es auch mal gut zu schweigen. Doch die Geschichte die er uns über die Wasserschweinchen erzählt, verstehen wir sofort. Vor einigen Tagen hat hier morgens gegen 5 Uhr ein Leopard Wasserschweine gerissen – es gab einen Riesen Aufschrei von den anderen Wasserschweinen. Uns läuft es kalt den Rücken runter. Das sollten nicht die einzigen Spuren der ansässigen Leoparden sein, welche uns bei unserem Aufenthalt im Pantanal begegnen.

Schlammpool Party 😀

Zu Boot, zu Fuß, zu Pferd, zu Safari-Van

Wir schreiben uns für eine Tour auf Pferden am nächsten Morgen gegen 8 Uhr ein. Unser local Guide ist Jaque, er kommt aus Poconé und arbeitet seit gut 20 Jahren hier im Pantanal. 

Die Pferde werden währen unserem Frühstück gesattelt und direkt danach geht es für uns los. Schon kann ich mal wieder etwas von meiner Bucketlist abhaken. Wir sind zu dritt mit unserem Guide und reiten langsam richtig Ausgang der Pousada. Kurz danach kommen wir an ein paar Skelette von Tieren vorbei, hier hat wohl auch mal wieder der Leopard zugeschlagen und die Geier anschließend die Reste fein sauber abgepickt. Wir reiten durch Wasser, Schlamm und Gräser, Termiten Haufen welche größer als wir auf dem Pferd sind, vorbei an Rindern, Kühen und anderen frei laufenden Pferden. Am Ende geben wir noch mal richtig Gas und sehen auch einige Vögel und sind nach gut 90 Minuten zurück an der Pousada. Was ein Ausflug!

Jetzt liegt noch der Ganze Tag vor uns, wir verabreden uns mit Jaque gegen Abend zu einer Wanderung. 

Nach ein paar Stunden ausruhen und einem ausgiebigen Mittagessen gehen wir auf eine Wanderung durch das Pantanal. Wieder sind wir zu dritt. Diesmal kommt Jaque der sonst immer in entspannter Freizeitkleidung unterwegs ist, mit einer dicken Jacke, langen festen Hosen einer Machete und Stiefeln. Er lacht und sagt, ich hoffe ihr habt euch gut eingesprüht mit Mosquito Spray. Wir sind froh das wir es dabei haben und verstehen später wieso.

Etwa 5 Minuten fahrt mit dem Auto und wir sind im Nichts, man merkt direkt die 500 Moskitos welche hinter jedem von uns her sind, die schwüle und drückende Wärme. War dies eine Gute Idee? 

Wir wandern über Bäume und dicht behängende Wege, immer gefolgt von den Mücken. Jaque hält Ausschau nach Tieren, doch haben diese wohl auch keine Lust auf die ganzen Moskitos. Nach gut 30 Minuten entdecken wir eine Landschildkröte welche gemütlich durch den Tropenwald läuft, wir fragen uns wie sie hier durchkommt. Außer Vögel bleibt dies unsere einziges größeres Tier welches wir entdecken. 

Nach gut 90 Minuten sind wir erschöpft zurück und sind froh, dass wir nur ein paar Stiche abbekommen haben. Ein paar Tote Zecken hängen an unserer Unterwäsche und T-Shirts, das Spray haut wirklich die letzet Zecke um.

An den folgenden Tagen schlemmen wir das leckere Pousada Essen und bestaunen die vielen Tiere die auf oder um dem Gelände herum tollen. Wir unternehmen noch einige Touren auf dem Boot und genießen die Natur sowie die Ruhe die nur von Tiergeräuschen unterbrochen wird. Ein wunderschöner und spannender Ausflug, wir sind froh keinen Jaguar oder Leoparden gesehen zu haben und machen uns glücklich und zerstochen wieder auf den Weg nach Cuiabá. Von dort geht es in ein paar Tagen nach Salvador Bahia um auf zwei Wochen auf der Ilha de Boipeba zu verbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert