Bogotá 05 / 2019

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Calles y Carreras

Wir bestätigen ein letztes Mal mit unserer Gastmutter unsere Ankunftszeit in Bogotá und wundern uns etwas über die kompliziert erscheinende Adresse. Carreras sind in Bogotá die „großen“ Straßen. Sie sind vertikal und steigen somit in der Nummer umso weiter man in den Norden einer Stadt geht und sinken in der Nummer umso weiter man in den Süden einer Stadt geht. Calles gehen quasi von den Carreras ab. Sie sind horizontal daher steigen sie in der Nummer umso weiter man in den Westen geht und sinken umso weiter man in den Osten einer Stadt geht. Calles verlaufen somit in ost-west Richtung und Carreras in nord-süd Richtung.

Wetter

Das Wetter schwankt in der 2.600 Meter hoch gelegenen Stadt mehrmals am Tag. Erst scheint die Sonne und es ist affenheiß während wir eine steile Straße hinauf laufen, dann regnet es kurz und auf einmal ziehen die Wolken zu, es ist richtig frisch und man wünscht sich eine lange Hose zu tragen. Daher packt euch am besten in den Zwiebellook und tragt dann Schichten auf und ab, während ihr die Stadt erkundet.

Transport 

Bogotá hat leider keine Metro und so fahren tausend Busse durch die Stadt worunter die Luftqualität stark leidet. Ebenfalls die Nummern haben uns etwas verwirrt, daher haben wir immer beim Busfahrer nachgefragt ob wir richtig sind. Außerdem stehen Taxi-Apps wie Uber, inDriver, Cabify, Lyft, Beat Juno und noch mehr für euch bereit. inDriver ist besonders praktisch da man Preise vorschlagen kann, und die Fahrer können entscheiden ob sie es annehmen wollen.

AirBnB con Clara

Clara ist vielleicht die freundlichste, lustigste und definitiv schnellsprechendste Gastmutter die wir auf unserer Reise hatten. Fasziniert schaut sie uns in die Augen und sagt wir sollen bloß aufpassen mit den Blauen Augen die wir haben 😀 sie ist mit ihren schätzungsweise 65 Jahren (eine Lady fragt man bekanntlich nicht nach dem Alter) super sportlich sie hat vor Jahren das Rauchen aufgegeben und legt sämtliche Strecken durch diese riesige Stadt zu Fuß zurück. Günstiger und besser für ihre Gesundheit, sagt sie besonders bei den steilen Straßen die Bogotá teilweise an den Tag legt. Sie hat zwei AirBnB Zimmer die sie vermietet und ihre Kinder die in Cartagena leben sind ebenfalls in das AirBnB Business eingestiegen. Wir dürfen uns Kaffee sowie Filterwasser aus dem Aktivkohle Filter nehmen. Das Zimmer ist klein und gemütlich mit einem mehr oder weniger in das Zimmer gebautem schmalen Badezimmer. Sie empfiehlt uns viele Museen, leiht uns ihre Buskarte zum Aufladen und erklärt uns wo der nächste Claro Laden für unsere SIM Karten ist. Wir sind glücklich so schön in Empfang genommen zu werden.

Cafés Tostao

Die Kette Tostao bietet günstigen und leckeren Kaffee außerdem hat sie eine sehr leckere Auswahl an Gebäck, belegten Baguettes oder auch Sandwiches und Getränke aus dem Kühlregal. Wir entscheiden uns für zwei Croissants und zwei Kaffees für 2,50€.

Free Walking Tour History

Um die Stadt besser kennen zu lernen gehen wir auf eine der Free Walking Touren mit dem Unternehmen Beyond Colombia. Die Tour startet um 14:00 Uhr vor dem Museo d’Oro, Museum des Goldes. Vor dem Museum versammeln sich sehr wahrscheinlich einige Tourguides mit Regenschirmen zB für die Foodie Tour oder andere Stadtführungen. Also fragen wir uns durch wo unsere Gruppe steht. Die Tour geht knapp 3 Stunden und wir machen unter anderem Halt bei einer kleinen Bar um das traditionelle Getränk Chicha zu probieren. Es wird in kleinen Schalen aus Holz oder von der Schale von Früchten, so genannten Totumas serviert. Das alkoholhaltige Getränk wird traditionell aus Corn gebraut und reicht weit zurück in der Geschichte Bogotás doch dazu erfahrt ihr mehr bei der Tour. Mit etwas Glück dürft ihr eurer eigenes Totuma behalten. 🙂 

Wir erfahren mehr zu der Geschichte Kolumbiens sowie im speziellen der Bogotás. Zu den Themen zählt das Indogene Folk, die Kolonialzeit, was hinter den Erzählungen der Stadt des Goldes steckte, aktuellere politische Themen, traditionelle Getränke und Gerichte, wir besuchen einen kleinen Teil einer Kunstausstellung und auch das Thema Pablo Escobar wird angeschnitten. Wir besuchen auch einen Obleas Stand, nicht um sonst dem Begriff Oblaten so ähnlich, welchen Mick Jagger angeblich vor einem seiner Konzerte in Bogotá aufgesucht hat. Mittlerweile behauptet jeder Stand er sei derjenige der Mick eine zuckrige Oblaten-Waffel zubereitet hat. Man kann sich verschiedene „Beläge“ aussuchen zB Kokosnuss, Marmelade oder Erdnusbutter dann kommt eine neue Oblate und wenn man möchte ein neuer Belag. Es waren bis zu 10 Lagen (mas o menos) die man stapeln kann, wird bestimmt schwer so weit den Mund aufzureißen.

Am Anschluss der Tour könnt ihr entscheiden wie viel ihr dem Tourguide als Tipp geben wollt. Einige Teilnehmer haben um die 10€ pro Person gegeben manche deutlich weniger. Wir versuchen immer so viel zu geben, dass man sich vor Ort ein großes Abendessen davon leisten könnte, um nicht zu viel und nicht zu wenig zu zahlen. Außerdem gibt man gerne mehr wenn man weiß ein Teil des Geldes geht an eine Stiftung oder ähnliches. Das kann jeder für sich entscheiden.

Free walking Graffiti Tour

Am nächsten Morgen besuchen wir die ebenfalls knapp 3-stündige Graffiti Tour, welche jeden Tag um 10:00 Uhr und 14:00 Uhr stattfindet. Treffpunkt ist vor den Periodistas (Calle 17, Av. Jimenez). Die Streetart in Bogotá ist vielfältig und weit verstreut. Wir lauschen gespannt den Geschichten und Bedeutungen hinter den Kunstwerken. Hier ein kleiner Spoiler von den Werken die wir uns angeschaut haben. 

Street Art in the making
That public area for kids was used by people to sell drugs, after street artists covered everything with Graffiti they went away as this place was to „obvious“

Monserrate

Anschließend verlassen wir die Walking Truppe und machen uns auf den Weg zu der Seilbahn die hoch auf den Berg Monserrate führt. Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Stadt, jedoch sollte man auf gutes Wetter warten und das Wetter schwankt hier mehrmals am Tag. Auf dem Berg gibt es ein Restaurant und einen Pfad den man zu Fuß innerhalb von einer guten Stunde zurück legen kann.

Bogota Beer Company

Abends entscheiden wir uns bei der naheliegenden Bogota Beer Company einen Salat und Hackfleisch Guacamole Tacos zu schlemmern. Das Bier kann man auch empfehlen. Zusammen kommen wir auf einen Betrag von 85.000 sprich 23€ also nicht besonders preiswert. Doch essen wir noch genügend Almuerzos mit Fleisch, Bohnen und Reis in nächster Zeit.

Kubanischer Bar Besuch

Wie sich herausstellt sind die Besitzer der Bar in die wir danach gehen Kubaner die es vor einigen Jahren hier her gezogen hat. Wir unterhalten uns nett mit ihnen und freuen uns schon auf unsere Reise nach Kuba die bald ansteht. Wir bekommen noch ein paar tolle Tipps und Unterkunftsempfehlungen von Verwandten und Bekannten. An diesem Abend lernen wir einen etwas schrägen Kolumbianer kennen, der sich uns etwas aufdrängt. Er besteht darauf uns einzuladen und lässt nicht locker, macht einen zwielichtigen Eindruck und spricht ziemlich seltsame Themen an. Die Kubaner sind von seiner Anwesenheit ebenfalls nicht sonderlich begeistert und nach einiger Zeit können wir uns halbwegs freundlichen von ihm reißen.

Ausflug Parque Chicaque

Am nächsten Tag fahren wir eine halbe Stunde mit dem Bus zu der Bahnstation in Soacha und nehmen von dort ein Uber zum Parque Chicaque für 15.000 COP. Alternativ könnt ihr bis zum Wochenende warten und den Chicaque Express für um die 6.000 COP von der Terreros Transmilenio Station aus nehmen.

Kaum verlassen wir die Stadt werden die Wolken immer dichter bis wir letztendlich auf eine weiße Wand zusteuern und einen großen Platz vor dem Parkeintritt herausgelassen werden. Leider können wir unseren Fahrer nicht davon überzeugen uns in 4 Stunden abzuholen daher hoffen wir, dass wir später einen Fahrer erreichen. So stehen wir da in einer Nebelwolke, um uns herum scheint nichts zu sein, alles ist Menschenleer. Wir streunern ziellos umher und finden ein Tor welches der Eingang zum Park zu scheinen scheint. Leider ist dieses verschlossen, also suchen wir weiter. Als wir uns durch die Wolken einen Pfad hoch zu einem kleinen Haus kämpfen, denken wir: der perfekte Start für einen Horrofilm. Naja zum Glück arbeitet dort jemand am Haus, eventuell mit einer Kettensäge schwer zu sagen durch den dichten Nebel ^^ und verweist uns auf ein anderes Haus. Wie sich herausstellt haben wir das Haupthaus übersehen. Im Restaurant erhalten wir die Tickets und eine weitere Wasserflasche. Ein Ticket kostet 15.500 Pesos sprich 4,12€. Der Weg führt uns über Stufen und Baumwurzeln immer weiter herunter, beinahe 1 1/2 Stunden steigen wir herab – wir sträuben uns schon vor dem Rückweg. 

Da wir vor Dunkelheit zurück kehren wollen schaffen wir es lediglich zu einem großen Haus welche Gäste beherbergt. Ihr könnt also auch ein paar Tage in dem Park selbst verbringen. Wir haben uns erkundigt, anscheinend erhält man ein US$ 50 ein Zimmer sowie drei Mahlzeiten in der Lodge. Solltet ihr genügend Abenteuerlust und Kleingeld mitbringen, könntet ihr euch für eines der „Baumhäuser“ wie die Nests entscheiden. Hoch oben in einem Holzhaus zu schlafen mit Blick auf die Baumkronen muss sicherlich ein besonderes Erlebnis sein. Für uns geht es jedoch wieder zurück und der Weg nach oben hat es in sich. 2 Stunden steigen wir immer weiter auf und auf ohne jede Gnade. Oben angekommen müssen wir unsere Beine kurz ausruhen. Immerhin zittern die Beine nicht ein Zeichen dafür, dass wir uns hier in Kolumbien ausreichend bewegt haben und ein bisschen im training sind.

Hätten wir mehr Zeit für Bogotá und Umgebung eingeplant hätten wir sicherlich noch den Parque Nacional Natural Chingaza besucht.

Wie Sie sehen können, sehen Sie nichts… perfect start for a horror movie
So we have no idea how high we are actually looking into that cloud wall ^^

Container Sushi

Zum Abendessen belohnen wir uns mit sehr sehr gutem Sushi im Contenedor 51. Das kleine Restaurant ist in der zweiten Etage eines Foodcourts aus Containern. Auf einfachen Plastikstühlen bekommt man vorzügliches Sushi serviert.

Frühstück Café Castaña

Falls ihr ebenfalls in der Nachbarschaft Chapinero unterkommt und auf der Suche nach einem Café mit gutem WLAN seid können wir euch das Café Castaña empfehlen. Das Frühstück ist reichhaltig, die Säfte sind lecker und der Kaffee wird mit einer Barista Maschine zubereitet. Wir sitzen hier einige Stunden und recherchieren Ausflüge und buchen Unterkünfte bis wir auf einmal eine Alarm Erinnerung bekommen, dass unser Flieger in vier Stunden geht. Oh mist wir haben uns im Tag vertan und waren den ganzen morgen nicht im AirBnB, ein kurzer Blick auf das Handy keine Nachrichten… wir hätten schon längst ausschenken müssen. Wir hetzten schnell zur Unterkunft und Clara sitzt bereits mit dem nächsten Gast auf der Couch. Wie unangenehm… aber sie nimmt es ganz gelassen der Gast in unserem Alter zum Glück auch. Wir quatschen nett tauschen ein paar Tipps aus und dann helfe ich Clara das Zimmer schnell sauber zu machen sowie das Bett neu zu beziehen. Unser Angebot etwas Geld für den Verzug zu zahlen lehnt sie danket ab. Sie drückt uns noch fest und schon sind wir auf dem Weg zum Flughafen, um in den Norden an die Küste von Barranquilla zu fliegen. Die Geburtsstadt meiner damaligen Stiefmutter. Und auch die von Shakira 😀

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