Andalusien – 07 / 2018


Unseren 7-tägigen Trip durch Andalusien haben wir in Málaga gestartet. Der Flughafen bietet sich bestens dazu an, da man auch mit günstigen Airlines wie Ryanair vom Flughafen Frankfurt International anreisen kann. Wir haben einen Triangle Flug von Frankfurt nach Málaga (Ryanair) weiter nach Lissabon und wieder zurück nach Frankfurt (TAP Airline) für insgesamt 266€ gebucht. Andalusien hat so viel zu bieten und die Entscheidung einen Mietwagen auszuleihen werdet ihr nicht bereuen. So könnt ihr frei erkunden wonach euch auch immer ist.

Unsere Highlights in Málaga:

Die Wunderschöne alte Markthalle „Mercado Central de Atarazanas“ in der jeder auf seine Kosten kommt egal ob Fleisch, Fisch, Früchte, Gewürze oder Süßes.

Unser Tipp: holt euch Appetit an allen Ständen und lauft einmal nach hinten durch (wenn ihr vom Haupteingang hereinkommt). Draußen stehen hohe Tische, welche darauf warten mit verschiedenen Tapas und kühlen Cervezas befüllt zu werden. Vorsicht bei den Pimientos de Padron – einige Pimientos sind super scharf aber macht nichts der freundliche Kellner bringt zum Feuer löschen kühle Cervezas aufs Haus <3

Die Fußgängerzone ist sehr weitläufig und bietet etliche Shoppingmöglichkeiten. Da wir uns aber die Stadt anschauen wollen, gibt es nur einen kurzen Halt bei Oysho, eine spanische Kette die tolle Nachtwäsche, Unterwäsche, Homewear, Sports Apparel und Badesachen anbietet. Setzt euch lieber ein Limit sonst holt man sich doch noch die 4te Jogging Tights.

Die Burg Alcazaba welche für 2,20€ erklommen werden kann solltet ihr auch einmal gesehen haben. Der Aufstieg ist etwas anstrengend wird aber mit einem tollen Ausblick über die Stadt bis hin zum Meer belohnt. Wer entspannt oben ankommen möchte, kann auch den Bus nehmen. Tipp: Sonntags ist der Besuch der Alcazaba ab 14.00 Uhr kostenlos. Anschließend gibt es in einem Café einen kaltgebrühten Eiskaffee. Auf die Frage „Qué tal?“ antworten die Kerle hinter dem Kaffeetresen nur super gut gelaunt mit „la puta madre“ so viel wie „fucking good“ kann auch benutzt werden wenn etwas „the shit“ ist!

Auf dem Weg zum Hafen kommt man an vielen wunderschönen alten Gebäuden vorbei. Wer mal eine kurze Abkühlung braucht kann sich im Park Parque de Málaga im Schatten entspannen und seine Hände in das kalte Springbrunnenwasser halten. Am Hafen angelangt wird man mit dem ersten Blick aufs Meer belohnt.

Da wir nur einige Stunden hier waren konnten wir leider nicht viel erkunden jedoch sind die Tipps oben für einen Tag perfekt.

MARBELLA

Unsere Highlights rund um Puerto Banús:

Auch wenn hier sehen und gesehen werden besonders gegen Abend eine große Rolle spielt, kann man sich tagsüber auf dem riesigen und weitläufigen Strand unter einen der Sonnenschirme (auch ohne eine Liege zu mieten) legen und sich von den salzigen Wellen waschen lassen. Ende September hatte das Meer noch eine super angenehme Temperatur von um die 21 Grad – kein Kälteschock. Mit Aussicht auf den gigantischen Berg der unter den Einheimischen wegen eines seiner besonders geformten Gipfel „la concha“ sprich Muschelgipfel genannt wird, lässt es sich hier gut aushalten. Unser Tipp: für einen genialen Piña Colada, heißen Hot Dog in den Größen XS bis XXL oder auch einen guten Sangria ist die Strandbar „Hot Dog Beach“ mit seinen super freundlichen und witzigen Angestellten der perfekte Ort. Entweder mit an den Strand nehmen oder bei Reggae, Charts und Regatton am Tisch genießen.

Ebenfalls empfehlenswert ist es sich für um die 8-10€ pro Person pro Tag ein Fahrrad auszuleihen und entlang der Costa del Sol zu fahren. Dank dem frischen Wind kann man es erstaunlich lange in der Sonne aushalten.

Auf dem Weg kommen wir an tollen Strandabschnitten, kleinen Strandbars sowie der Innenstadt Marbellas vorbei. Schaut euch in der Innenstadt die vielen kleinen Parks an die Schatten spenden. Zudem lohnt es sich vor allem die Altstadt Marbellas zu erkunden, welche mit ihren verwinkelten Gassen die Berge hinaufragt. Dort kann man Abends ein richtiges Tapas Bar Hopping hinlegen. Unser Startpunkt war der Parque de la Alameda an dem wir uns für den nächsten Morgen noch ein geniales Schoko Croissant in der Bäckerei „La Canasta Marbella“ organisiert haben. Von dort sind wir die Straßen hoch bis zu der Straße Calle Ancha die gefüllt von Restaurants ist.

Wieder zurück auf dem Sattel, fahren wir bis zu dem letzten gepflasterten Stück am Strand. Lautes wummern von elektronischen Sounds kommt uns entgegen also schließen wir die Fahrräder ab um das kleine Stück Oase das vor uns auftaucht zu erkunden. Eine mexikanische Bohemian Bar „Playa Padre“ mit live DJ lädt uns dann zum kurzen Verweilen ein. Der Bierindex sprengt jedoch den bisherigen Rahmen mit 4€ und der schwarze Cocktail mit Gin und Erdbeere kommt hier auch stolze 14€. Der Ausblick und der wirklich gute DJ rechtfertigen das eventuell etwas. Der DJ freut sich über unser mit Gewackel denn die Bar ist zum Glück relativ leer, die Bilder online verraten, dass sich hier Abends la gente auf Highheels und mit Krawatte treffen – que Padre.

Für uns zu spießig daher erkunden wir weiter und entdecken ein kleines Restaurant inmitten der Autowerkstätte „El Cable“ die Tapas und Paella sind hervorragend, der Blick auf das Meer wunderschön, die Besitzerin extrem gastfreundlich und warmherzig und so genießen wir gemeinsam mit Ihrem Sohn der gerade von der Schule kommt, das gute Essen.

Zurück am Strand angekommen legen wir uns in die Nähe der Bar, lassen uns von dem DJ weiter beschallen und beobachten die wohl 500 Möwen die direkt neben uns alle auf das „Cable“ im Wasser starren, was noch ein Überbleibsel der Containerschiffe ist. Einen kurzen Sprint durch die Vogelmenge konnten wir uns nicht verkneifen, ein kleiner Hund tut uns dem kurze Zeit später gleich. Ein cooler Punkt wer einmal zu Housemusik mit Möwen um die Wette sprinten will. ^^

BODEGAS RIVERO – ZAHRA DE LA SIERRA

Unsere Highlights rund um Zahara de la Sierra:

Andalusien hat wunderbaren ursprünglichen Wein zu bieten, daher sind wir zu einer kleinen Bodega in der Nähe von Ronda gefahren. Das Örtchen Prado del Rey im Gebiet Sierra de Cádiz hat wahrscheinlich seltener Besuch von neugierigen Reisenden, umso mehr freuen wir uns schon auf das Weingut. Zunächst wirkt das Gut geschlossen, die schwere Hallentür steht leicht geöffnet und die tiefen Schatten gewähren keinen Einblick. Ein kurzes !Hola! wird von innen erwidert und so treten wir in die Halle ein.

Nach einem Schwätzchen auf spanisch erfahren wir, dass eine Tour im Vorhinein gebucht werden muss. Der Besitzer des Guts bietet uns jedoch an, dass wir uns alleine etwas Umschauen können und drei seiner Weine testen dürfen. Der Rosé wird gerade frisch mit einer alten Weinpresse gepresst und zwei Männer karren die Traubenreste, den Most an. Aus den ursprünglichen Weinbehältern aus XVII AL XX, haben die Besitzer Lampen erstellt – ziemlich modern, wenn man sich so manche Hippster Bude anschaut. Am Eingang stehen nun auf dem Tisch die Weine aufgereiht bereit und ein paar Chips zum Aufsaugen. Wir bedanken uns für seine Gastfreundschaft und Spontanität. Vom Weiswein, über den Roséwein bis zum Rotwein schmecken die Weine sehr leicht, kaum säurehaltig, extrem fruchtig LECKER! Und zack steht eine kleine Kiste Wein in unserem Kofferraum. Schade, dass wir keine Kiste mit nach Hause nehmen können.

Nicht weit entfernt führt eine steile Straße rauf zu dem Stadtkern des Dorfes Zahara de la Sierra. Ein weißes Bergdorf das wie gemalt an einem Stausee liegt und mit einer frischen Brise die Bewohner leicht abkühlt. Eine super goldige abuelita schaut neugierig aus ihrem Türrahmen zu uns und weißt uns den Weg hoch zu den zwei Iglesias. Wir hatten Glück eine der beiden Kirchen besichtigen zu dürfen, da uns ein Mann mit schwerem Schlüsselbund erklärt, dass er gleich abschließt um Mittagessen zu gehen. Nach einer kleinen Besichtigung und einer Spende die vielleicht für das Mittagessen genutzt wurde  gehen wir raus auf den umzäunten Vorsprung von welchem man einen ersten tollen Blick über das Dorf und den See bekommt.

Wer möchte kann die Burg erklimmen und einen noch höheren Blick erhaschen, doch an diesem Tag war es doch etwas zu heiß dafür. Wer Hunger hat bekommt hier belegte Brote „secreto“ oder einen Cheeseburger für geniale 4€ und ein erfrischendes Cruzcampo Radler. Folgt man der Straße Richtung Burg gelangt man an einen weiteren Aussichtspunkt, den man mit dem Auto erreichen kann. Von hier kann man mit dem Auto den Stausee einmal umfahren und wieder die Heimatrichtung einschlagen.

SEVILLA

Sevilla ist gute 2 ½ Stunden mit dem Auto über kurvige Straßen entfernt, daher haben wir eine Übernachtung über AirBnB zu viert für um die 70€ gebucht. Die Wohnungen in Sevilla sind teilweise wunderschön, schaut einmal selber in AirBnB herein denn die Stadt hat so viel zu bieten, dass man hier auch einige Tage verbringen kann. Unser Gastgeber gab uns extrem gute Tipps welche Tour wir am besten Tagsüber machen sollen und wo wir abends eher mit den Einheimischen essen gehen können.

Unsere Highlights waren unter anderem der Platz „Las Setas“ übersetzt „die Pilze“ eine moderne Holzkonstruktion die für 3€ einen genialen Blick über die Stadt gewährt und ein perfekter Punkt für einen romantischen Sonnenuntergang ist, eine Kutschfahrt mit den von Pferden gezogenen Wagons an den größten Sehenswürdigkeiten vorbei (die Pferde werden hier gut gepflegt und haben auch ordentliche Verschnaufzeiten, Trinken sowie Essen bekommen daher haben wir uns entschieden das zu unterstützen – Startpunkt ist u.a. Alcazar), der Plaza de España (welcher Drehort für Star Wars: Episode II Angriff der Klonkrieger war) und sein riesiger Parque de Maria Luisa in dem es so viel zu entdecken gibt, dass man hier einen ganzen Tag verbringen könnte, die Universität welche früher eine Zigarrenfabrik war und der Stadtteil Triana auf der anderen Seite des Flusses Guadalquivir.

Unser Essen und Ausgehtipp für Abends: die Bar Antojo welche die besten Croquetas weit und breit hat und auch der Flamenquin Casero (wir fanden es etwas ähnlich zu kleinen Stückchen Cordon bleu mit scharfer soße) sowie der Ensaladilla Casera con Langostinos nur der Sangría ist leider nicht frisch aufgesetzt aber hier steht das Essen im Vordergrund. Außerdem interessant Duo Tapas – Tapas mal anders es gibt zB auch Frühlingsrollen, Patio San Eloj und Casa Paco. Ganz in der Nähe von unserer Unterkunft haben wir dann hinter der Stadtmauer Murallas Calle Relator ein paar Bierchen gezwitschert. Bei Musik aus den 30er Jahren hat hier ein Tanzkurs seine neuen Schritte vor Publikum erprobt.

Gefrühstückt haben wir am Platz Alameda de Hércules der kaum zu sehen mit Sprinklern besetzt ist und morgens den Platz leicht wässert. Erfrischend – auch für ein morgendliches Bad für die Stadtvögelchen. Ein Kaffee, ein Croissant und einen frisch gepressten Organgensaft gibt es für unter 5€.

Auf dem Heimweg können wir euch als kleine Verschnaufpause für Beifahrer mit Schwindelpotenzial das „El Cortijo“ empfehlen. Ein Hotel und Restaurant aus 1991 der frisch gepresste Zumo de Naranja fällt groß aus und ist deutlich günstiger als bei uns Zuhause.

ISTÁN UND SEIN CASCADA

Nur eine halbe Stunde von Marbella entfernt liegt das Dorf Instán, mit seinen 1.300 Einwohnern. Unser Ziel ist der Cascada des Río Verde, der Charco del Canalón. Mit dem Auto kommt man relativ nah an den Wasserfall heran. Zettel weisen daraufhin, dass man sein Auto hier nicht abstellen darf jedoch haben wir das Risiko auf uns genommen und sind die zwei stündige Wanderung angetreten. Der Weg ist zu 90% sehr leicht zu bezwingen da ein Großteil des Weges mit dem Auto befahren werden kann. Einige Spanier haben sich hier kleinere und größere Fincas ab vom Rest der Zivilisation errichtet.

Auf dem Weg zum Wasserfall stolpern wir über eine kleine selbstgebaute Wasserleitung – hier duscht wohl jemand mit dem frischen eiskalten und klaren gezapften Wasser aus der Natur. Eine alte zerfallene Brücke (siehe Bild) weißt noch daraufhin, dass man hier früher nicht durch das Wasser stapfen musste um auf die andere Seite des Río Verdes zu gelangen. Wasserschuhe sind bei den spitzen Steinen von Vorteil – oder auch viel Hornhaut!

Das letzte Stückchen zum Cascada muss man über Steine beklimmen, mit dem richtigen Schuhwerk kein Problem aber passt auf einige Steine sind regelrecht glatt poliert und rutschig. Wenn ihr Lust habt könnt ihr in dem Wasser schwimmen gehen, cremt euch am besten vorher nicht groß mit Sonnencreme ein, denn in dem Becken des Wasserfalls leben viele Fische. Auf den Felsen lässt es sich gut entspannen und Energie für den Rückweg tanken.

Zurück am Auto angekommen sind wir erleichtert, dass der Wagen noch dort steht. Sollten wir noch einmal hier her kommen suchen wir uns einen geeigneten Parkplatz.

Da unser Wasservorrat leer ist und die Bäuche auch fahren wir wieder hoch in das 300 Meter hoch gelegene Dorf Istán. Bereits bei der Einfahrt sehen wir, dass hier ein paar Waffelstände stehen, Fahrgestelle und sich bunte Girlanden von einer Hauswand zur anderen schlängeln. Am Marktplatz angekommen steht bereits eine große Bühne, die Technik wird gerade noch aufgebaut. Wir betreten das kleine gemütliche Café das bis vorne hin zur Straße gefüllt mit Kaffee schlürfenden Leuten ist. Als wir den Laden betreten wird das laute durcheinander reden kurz leiser, man schaut uns an wir grüßen freundlich, werden zurück gegrüßt und weiter geht das Gequatsche. Kaum an der Theke angekommen spricht uns ein Instáner an und erklärt uns, dass aktuell die 6-tägige Feria bis zum 1. November stattfindet, es wird der Dorfheilige San Miguel zelebriert. Ab 19:00 Uhr wird es live Musik geben, die Leute werden auf den Straßen essen, trinken und bis in die Nacht tanzen.

Nach dem leckeren und sehr starken Kaffee lockt uns die laute Musik zu einem Stand an den zwei älteren Frauen das selbst zu bereitete Essen für den Ansturm präparieren. Die zwei sehen unseren Hunger direkt an und wir werden an den großen Runden Tisch eingeladen, der kurze Zeit später mit leckeren Gambas, Patatas Bravas, Croquetas de Jamón und Pinchos de Pollo vollsteht. Falls ihr Ende September in Analdusien sein solltet, lohnt sich der Besuch des Dorfes gleich noch viel mehr, plant am Besten eine Nacht hier ein – es kann spät werden.

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